Paris und Berlin: Sudan muss Militäraktionen in Darfur einstellen

16. Oktober 2006, 09:01
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Deutsch-französischer Verteidigungsrat fordert Regierung zu Zustimmung zu UN-Mission auf

Paris - Deutschland und Frankreich haben von der Regierung im Sudan verlangt, "ohne Verzögerung ihre Militäraktivitäten" in der Krisenprovinz Darfur einzustellen. Beide Länder unterstützten die internationalen Bemühungen, "der Tragödie für die Bevölkerung von Darfur ein Ende zu setzen", hieß es in einer Erklärung des deutsch-französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats am Donnerstag in Paris. "Unsere beiden Länder verlangen von der sudanesischen Regierung ihre Zustimmung für die Stationierung der UN-Mission im Sudan (....) zu geben", um den im Mai geschlossenen Friedensvertrag zwischen den Konfliktparteien umzusetzen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende August beschlossen, 17.000 Soldaten und 3000 Polizisten nach Darfur zu entsenden. Sie sollen die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) ablösen, die unter chronischem Geld- und Personalmangel leidet und deren Mandat Ende des Jahres ausläuft. Der Sudan wehrt sich bisher allerdings gegen eine UN-Truppe mit der Begründung, dies sei ein westlicher Versuch, das Land wieder zu kolonialisieren. In Darfur sind seit 2003 mindestens 200.000 Menschen bei Kämpfen zwischen Rebellen und regierungsfreundlichen Milizen, durch Hunger und Krankheiten ums Leben gekommen. Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht. (APA/dpa)

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