Übernahmepoker um Scania: Sondersitzung des VW-Aufsichtsrats

15. Oktober 2006, 17:45
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MAN erhöht Offerte für den schwedischen Lkw-Hersteller

Wolfsburg - Im Übernahmepoker um den schwedischen Lkw-Hersteller Scania ist überraschend eine Sondersitzung des VW-Aufsichtsrats anberaumt worden. "Es wird bald eine Aufsichtsratssitzung geben", sagte eine VW-Sprecherin am Donnerstag in Wolfsburg. Zu Inhalten der Sitzung wollte sie nichts sagen. Volkswagen ist Scania-Hauptaktionär. Scania hatte mitgeteilt, der VW-Aufsichtsrat werde in Kürze über das am Donnerstag erhöhte Angebot des Nutzfahrzeugherstellers MAN für Scania beraten.

Großaktionär schließt Gegenangebot nicht aus

Der Scania-Großaktionär Investor schließt unterdessen nach Aussagen seines Vorstandschefs ein Gegenangebot von Scania für den deutschen Konkurrenten MAN nicht aus. "Das ist eine der Möglichkeiten, die wir prüfen müssen", sagte Investor-Chef Borje Ekholm am Donnerstag. "Wir wollen nichts ausschließen".

Der Münchner Nutzfahrzeughersteller hatte zuvor sein Übernahmegebot für das schwedische Unternehmen auf 41,12 Euro je Aktie plus 0,151 MAN-Aktien erhöht. Damit wird Scania umgerechnet mit 475 schwedischen Kronen (51,3 Euro) je Aktie bewertet. Zu diesem Preis hatte MAN am Abend seine Anteile an den Schweden aufgestockt. MAN erklärte, nun insgesamt 11,48 Prozent des Aktienkapitals und 14,27 Prozent der Stimmrechte bei Scania zu halten. Die hinter Investor stehende Unternehmerfamilie Wallenberg kontrolliert 19,3 Prozent der Scania-Stimmrechte und 10,8 Prozent der Scania-Aktien. (APA/dpa)

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