Heimische Winzer erwarten Top-Jahrgang

27. Oktober 2006, 11:07
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"Viel Frucht und Lebendigkeit". Jahrgang 2006 soll qualitativ spürbar noch besser als der 2003er werden

Wien - Die heimischen Winzer überschlagen sich geradezu, was die Erwartungen für den heurigen Wein betrifft. "Der liebe Gott hat es sehr, sehr gut mit uns gemeint", sagte etwa der Präsident des Weinbauverbandes, Josef Pleil. Vom Witterungsverlauf seien es "sensationelle Herbstbedingungen" gewesen, so dass der Jahrgang 2006 "qualitativ spürbar noch besser als der 2003er wird", ist Pleil begeistert.

"Sensationell tolles Produkt"

Der neue Jahrgang habe nicht nur viele Zuckergrade, sondern auch eine gesunde Säure, hieß es. Unter dem Strich bedeute das "ein sensationell tolles Produkt, das mehr Frucht und Lebendigkeit als 2003" aufweise, sagte der Wein-Präsident. Der 2006er habe gegenüber dem 2003er auch den Vorteil, dass durch die Feuchtigkeit und den Niederschlag im August die Weine nicht so alkohollastig seien wie vor drei Jahren.

Wie erwartet werde die geerntete Menge heuer etwas geringer ausfallen als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Pleil geht von 2,2 Mio. hl aus, "Weinknappheit" werde es in Österreich damit aber nicht geben, beruhigt er alle Weinfreunde.

Die kleinere Ernte sei zum Großteil auf die geringeren Erträge beim Grünen Veltliner zurückzuführen, räumte Michael Thurner, Noch-Geschäftsführer der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft (ÖWM) ein. Auf Grund der späten Blüte und nach Verrieselungsschäden sei bei dieser Rebsorte mit einem Minderertrag von 10 bis 15 Prozent zu rechnen, so Thurner. Ein Drittel der angebauten Rebsorten sind in Österreich Grüner Veltliner.

Keine Engpäße im Inland

Trotz der kleineren Weinernte werde es im Inland zu keinen Engpässen kommen, betonte auch Thurner. Vielmehr würden bei den Weinexporten nicht mehr die Rekordmengen wie in den vergangenen Jahren erreicht. Betroffen sei aber nicht Qualitätswein, sondern jene 30 bis 40 Prozent an billigen Fasswein-Exporten, die bisher um rund 40 Cent je Liter ins Ausland verkauft wurden. "Und das schadet nicht, wenn wir hier weniger exportieren", sagte dazu Pleil. Wertmäßig sieht Thurner für die heimischen Weinexporte aber noch Potenzial.

Sollte es auf Grund der geringeren Weinernte zu Preissteigerungen seitens der Winzer kommen, werde der Konsument nichts davon merken, so Thurner. Schlucken werden die Erhöhung die Weinhändler müssen, zumal die Konsumenten bei Wein sehr preissensibel seien. (APA)

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