Causa Fendrich: Promi-Schneider als Betrüger verurteilt

30. Oktober 2006, 13:27
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Geschäftsmann zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt - Fendrichs Anwalt erhebt nun Einspruch gegen Anklage wegen Kokainweitergabe

Wien - Jener Schneider, der im Kokain-Prozess gegen Rainhard Fendrich den Kronzeugen der Anklage geben wird, ist am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht wegen Betrugs, Körperverletzung und Erstellung eines falschen Vermögensverzeichnisses rechtskräftig zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Die Anklageschrift gegen Fendrich ist noch nicht rechtskräftig. Fendrichs Anwalt Manfred Ainedter hat Einspruch erhoben.

In der Anklageschrift behautet der 40-jährige Schneider, seit dem Jahr 2002 gemeinsam mit Fendrich etwa 20 bis 30 Mal Kokain konsumiert zu haben. Dabei soll der Sänger in der Regeldas Suchtgift zur Verfügung gestellt haben. Die Anklagebehörde qualifizierte diesen Umstand als Weitergabe und hat gegen Fendrich Anklage erhoben. Der Sänger bstreitet diese Darstellung, gibt aber zu, selbst in den vergangenen 15 Jahren einen Ferrari "verschnupft" zu haben.

Insolvenzverfahren

Vor Richterin Birgit Schneider hatte der Promi-Schneider nun Erklärungsbedarf: Wie sich vor Gericht herausstellte, ist er längst nicht mehr selbstständig tätig. Gegen ihn läuft ein Insolvenzverfahren. Sein Verteidiger Werner Tomanek räumte ein, der 40-Jährige sei "unterkapitalisiert" gewesen und habe daher einem seiner Lieferanten die Stoffe nicht mehr bezahlen können.

Sein Mandant habe einfach zu wenig Eigenkapital gehabt, sei selbst von einigen Abnehmern im Stich gelassen worden und habe "halt gehofft, dass es sich irgendwie ausgehen wird", erläuterte Tomanek. "Die Leut san abg'sprungen, da hab' i das Geld net bekommen", fügte der Schneider hinzu.

Von der Betrugsanklage umfasst waren auch 5.835,73 Euro, die ein Woll- und Textilhändler für gelieferte Waren nicht bekommen hatte, sowie 7.350 Euro, die dem Schneider für die Herstellung und Montage von Möbeln in Rechnung gestellt worden waren.

Betrugsanklage

Im Zuge eines Exekutionsverfahrens hat der Mann auch eine falsche Adresse angegeben und nach Ansicht der Staatsanwaltschaft damit die Befriedigung seiner Gläubiger gefährdet.

Körperverletzung

Weiters soll der Beschuldigte im Zuge einer Auseinandersetzung einem türkischen Schneider mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, nachdem ihm dieser eine Näherin abgeworben hat. "Dabei hab' ich der 100 Euro fürs Nähen einer Jacke gezahlt g'habt!", erklärete der Schneider.(APA)

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