VP sucht Perspektiven

16. Oktober 2006, 13:57
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Pröll wünscht sich "Handlungsanweisungen für eine moderne, konservative Volkspartei"

Wien - Die Vorbereitungen für die vom ÖVP-Bundesparteivorstand als Konsequenz auf die Wahlschlappe eingesetzte Perspektivengruppe sind angelaufen. Wie der mit der Projektleitung beauftragte ÖVP-Minister Josef Pröll am Donnerstag gegenüber der APA erklärte, führe er derzeit Gespräche mit Vertretern der Landesorganisationen und der Bünde. Im kommenden - wahl-freien Jahr - soll eine breite, öffentliche Diskussion über Themen der Zukunft geführt werden. Als Ziel des Diskussionsprozesses wünscht sich Pröll "Handlungsanweisungen für eine moderne, konservative Volkspartei".

Die einzelnen Themenfelder müssen noch definiert werden, so Pröll. Als Themen-Beispiele nannte er den Bildungsbereich, das Familien- und Frauenbild angesichts der neuen Lebensmodelle und die Fragen einer nachhaltigen Energiewirtschaft. All das soll nicht in kleinen Foren, sondern in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert werden. "Ich möchte mehr zuhören, als in der Stube eines Parteihauses irgendwelche Konzepte diktieren", so Pröll wörtlich.

Antworten

Aus den öffentlichen Diskussionen will Pröll dann die richtigen Schlüsse ziehen. Es sollen Antworten auf die modernen Herausforderungen gefunden werden, die sowohl den liberalen, urbanen Teil der Partei als auch den konservativen Bereich ansprechen.

In den nächsten Wochen soll ein klares Projektmanagement unter Prölls Führung installiert werden. Es werde keine Schnellschüsse geben, meinte der ÖVP-Politiker, der als Nachwuchshoffnung und Personalreserve in der Partei gilt.

Reaktion auf Wahlniederlagen

Als Konsequenz auf Wahlniederlagen hat die ÖVP auch schon in der Vergangenheit Reformgruppen eingesetzt. Nach der Schlappe bei den Nationalratswahlen 1990 hatte der damalige Obmann Josef Riegler das "Team 51" ins Leben gerufen, das die politischen Inhalte der ÖVP neu definieren und für eine Öffnung der Partei sorgen sollte. Rieglers Nachfolger Erhard Busek installierte nach den Wahlverlusten 1994 eine "Konzeptionskommission", die übrigens unter der Leitung von NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll - der Onkel von Josef Pröll - stand.

Die Behauptung, dass all diese Arbeitsgruppen nichts gebracht hätten und letztlich im Sand verlaufen seien, wies Josef Pröll entschieden zurück. Es seien wichtige Impulse von diesen Initiativen ausgegangen, die zum Teil auch in das Parteiprogramm eingeflossen seien. (APA)

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