Winterquartier des seltenen Waldrapps in Äthiopien entdeckt

14. Oktober 2006, 20:00
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Mindestens vier der gänsegroßen Vögel im Hochland des ostafrikanischen Landes gesichtet

Hamburg - Vogelschützer haben das Winterquartier des seltenen Waldrapps in Äthiopien entdeckt. Mindestens vier der gänsegroßen Vögel hielten sich derzeit im Hochland des ostafrikanischen Landes auf, teilte die britische Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) mit.

Einsatz von Pestiziden reduzieren

Der Waldrapp - oder Schopfibis - sei der seltenste Vogel im Mittleren Osten, außer der jetzt entdeckten Gruppe gebe es nur noch eine weitere wild lebende Population. Zum Schutz der Tiere wollen die Vogelschützer nun Jäger auf die Seltenheit des Waldrapps hinweisen und sich zudem für einen verringerten Einsatz von Pestiziden einsetzen.

Die Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau im oberösterreichischen Almtal hatte in den neunziger Jahren den Waldrapp in Europa wieder heimisch gemacht. Der Vogel war zuvor 350 Jahre in Europa in freier Wildbahn nicht mehr gesehen worden.

Äthiopien bekannt für Vogelschutz

"Zu wissen wo die Tiere sind, ist ein großer Durchbruch", sagte der RSPB-Experte Chris Bowden. "Mit ihrem Aufenthaltsort haben sie eine gute Wahl getroffen, weil Äthiopien bekannt ist für einen guten Vogelschutz." Die Vogelexperten konnten die Tiere in abgelegenem Gelände rund 80 Kilometer von der Hauptstadt Addis Abeba aufspüren, weil sie drei Vögel - "Zenobia", "Sultan" und "Salam" - im Juni 2006 nahe ihrer Brutstätte in Syrien mit einem Satellitensender versehen hatten. (APA/dpa)

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    Der Hinterkopf und der Nacken des Waldrapps weisen verlängerte Federn auf, darum wird er auch Schopfibis oder Mähnenibis genannt.

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