Wienerberger baut auf Deutschland

24. Oktober 2006, 14:55
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Ziegelhersteller hat Optimierungsarbeiten im zweitgrößten Einzelmarkt gestartet

Der Baustoffkonzern Wienerberger sieht gute Chancen, die Weichen für nachhaltig profitables Wachstum nun auch in Deutschland stellen zu können. Erste Maßnahmen zur besseren Produktabstimmung zwischen den zuletzt erworbenen Unternehmen in der Tondachziegelsparte wie Koramic Roofing oder Bogen seien ergriffen. 2008 soll der Optimierungsprozess abgeschlossen und die Produktivität deutlich verbessert sein, sagte der für Westeuropa zuständige Wienerberger-Vorstand Heimo Scheuch bei einem Lokalaugenschein in Niederbayern.

Zweitgrößter Einzelmarkt

Deutschland ist der zweitgrößte Einzelmarkt für Wienerberger. Dort wurden 2005 zwölf Prozent des Konzernumsatzes von knapp zwei Mrd. Euro erwirtschaftet. Nur die USA sind für Wienerberger mit einem Umsatzanteil von 17 Prozent als Einzelmarkt noch wichtiger. Bedingt durch die schwache Konjunktur sind die Ergebnisse in Deutschland zuletzt unter den Erwartungen geblieben. Insgesamt habe die Gruppe zwar auch in schwierigsten Zeiten operativ Gewinn gemacht, wie Deutschland-Geschäftsführer Klaus Hoppe sagte. Die Tondachziegelsparte schrieb aber auch im Vorjahr wie fast die gesamte Branche Verluste. Heuer zieht die Baukonjunktur an, 2007 könnte sich das wieder ändern. Wienerberger will in Deutschland, wo der Expansionskurs der Gruppe vor 20 Jahren begonnen hat, den Umsatz heuer um 20 Prozent auf 280 Mio. Euro steigern. Wienerberger-Generaldirektor Wolfgang Reithofer, der für das Gesamtunternehmen am Ziel einer zehnprozentigen Steigerung des Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation) festhält, glaubt an die Nachhaltigkeit der Entwicklung.

Kein Kommentar zu Lafarge

Nach wie vor keinen Kommentar gibt das Management zu einer möglichen Übernahme der zum Verkauf stehenden Dachziegelsparte von Lafarge, die in einigen Ländern, darunter auch in Deutschland, die Nummer eins ist. Beobachter meinen, dass es für Wienerberger viel Sinn machen würde, diese Chance zu nützen.

Seit 1972 ist Wienerberger 50-Prozent-Partner von Lafarge bei der Bramac und würde mit der Übernahme den Betondachziegelhersteller dann auch zur Gänze besitzen. Als möglicher Kaufpreis werden gut 1,5 Mrd. Euro kolportiert. Eine Entscheidung dürfte noch heuer fallen. (Günther Strobl aus München, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.10.2006)

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