Die erste Meldung zum neuen Nobelpreisträger zog viele Postings nach sich

13. Oktober 2006, 13:37
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Orhan Pamuk Literatur­nobel­preis­träger: Schwedische Akademie erwählte erstmals einen türkischen Autor: "Neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen"

Stockholm - Der Literatur-Nobelpreis geht heuer an den 54-jährigen türkischen Autor Orhan Pamuk, "der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt neue Sinnbilder für Streit und Verfechtung der Kulturen hat".

Dies gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften heute, Donnerstag, 13:00 Uhr, bekannt. Im Vorjahr hatte der Brite Harold Pinter die begehrteste Literatur-Auszeichnung der Welt erhalten.

Pamuk gilt als einer der bedeutendsten Prosaschriftsteller der jüngeren Generation in der Türkei. Seine Erzählkunst schlägt Brücken zwischen dem modernen europäischen Roman und der mystischen Tradition des Orients und reflektiert das Identitätsproblem der türkischen Gesellschaft. Bereits für seine beiden ersten Romane "Cevdet Bey ve Ogullari" (1982) und "Sessiz Ev" (1983) wurde Pamuk mit Preisen ausgezeichnet. Bekannt wurde er mit Romanen wie "Die weiße Festung", "Rot ist mein Name" und "Schnee".

Pamuk erhielt 2005 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Er wurde voriges Jahre wegen "Verunglimpfung des Türkentums" vor Gericht gestellt, der Prozess wurde im Jänner jedoch eingestellt. Mit Pamuk setzt das Nobelpreis-Komitee die Serie seiner Entscheidungen für politisch umstrittene Autoren fort. 2004 war die mit 1,1 Mio. Euro dotierte Auszeichnung an die Österreicherin Elfriede Jelinek gegangen, im Vorjahr an den Briten Harold Pinter.

Die Verleihung findet immer am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) in Stockholm statt. (APA)

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    Orhan Pamuk wurde 1952 in Istanbul geboren, wo er auch heute lebt; auf Deutsch sind von ihm erschienen: "Rot ist mein Name", "Die weiße Festung" und zuletzt der Roman "Schnee" (Hanser Verlag).

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    Orhan Pamuk in Istanbul

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