Kölsches Parkett behagt

19. Oktober 2006, 11:12
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Europas Elite-Klubs gegen Philadelphia 76ers und Phoenix Suns ohne Chance - "Europe Live Tour" für NBA-Boss Stern "erfolgreicher Trip"

Köln - Es schien eine Frage der Ehre zu sein: Zum Abschluss der "NBA Europe Live Tour" ließen am Mittwochabend weder die Philadelphia 76ers noch die Phoenix Suns etwas anbrennen und wiesen Europas Basketball-Elite klar in die Schranken. Die Sixers besiegten vor 13.308 Fans in der Kölnarena Euroleague-Champion ZSKA Moskau 85:71, das Team aus Arizona bezwang Maccabi Tel Aviv 119:102.

Das kölsche Parkett schien den NBA-Teams zu behagen. Insbesondere galt das für die 76ers, die ZSKA mit dessen eigener Waffe - konsequente Defense - schlugen. Die Russen kamen dadurch nie wirklich ins Spiel. Bei den Siegern war neuerlich Allen Iverson, auch "Liebling der Massen" in der Kölnarena, mit 28 Punkten der Topscorer. Zum überragenden Mann an den Brettern avancierte Samuel Dalembert mit 18 Rebounds und fünf geblockten Würfen.

Untergang im letzten Abschnitt

Euroleague-Finalist Maccabi hielt gegen Phoenix zwar drei Viertel lang mit (79:80), ging jedoch im Schlussabschnitt 23:39 unter. Erfolgreichster Werfer der Begegnung war Leandro Barbosa (Suns) mit 27 Zählern. Der Werbefeldzug Europa-Tournee, bisher größter Auslandseinsatz der Geschichte der nordamerikanischen Profiliga, brachte in den Vergleichen somit 6:2-Siege für die NBA-Teams.

Neben den 76ers und den Suns hatten sich auch die San Antonio Spurs und die L.A. Clippers mit europäischen Spitzenvereinen gemessen. Von Spielern und Coaches der NBA-Mannschaften gab es in Köln durchwegs Lob für ZSKA, Maccabi & Co. Ob die europäischen Teams auch in der NBA wettbewerbsfähig wären, zog der zweifache MVP Steve Nash (Phoenix) jedoch in Zweifel. Sie müssten "wahrscheinlich kämpfen", meinte er diplomatisch.

Die "NBA Europe Live Tour" sei ein "erfolgreicher Trip" gewesen, zeigte sich NBA-Commissioner David Stern sehr zufrieden. Er sprach davon, dass die Globalisierung auch Basketball einschließe. Stern betonte außerdem, dass es eine ganze Liste europäischer Städte gebe, die Interesse daran hätten, Gastgeber für Spiele von NBA-Teams zu sein. Was unausgesprochen blieb, aber leider Tatsache ist: Wien darf zumindest in absehbarer Zeit mangels einer entsprechenden Halle nicht mit Besuch aus der besten Basketball-Liga der Welt rechnen.(APA)

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    Boris Diaw von den Phoenix Suns (links) im Zweikampf mit Nikola Vujcic von Maccabi Elite Tel Aviv.

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