Dell zeigt Intel die kalte Schulter

20. Oktober 2006, 10:17
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Entertainment-Marke "Viiv" wird vom Computerhersteller nicht länger groß beworben - AMD lachender Dritter

Dell wird künftig Intels Homeentertainment-Campagne Viiv nicht mehr bewerben und auf seiner Webseite nicht kennzeichnen, das berichtet das IT-Portal Cnet. Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft kommt für den weltgrößten Prozessorenhersteller Dells Entscheidung denkbar ungelegen.

Offline

Dabei hatte der Computerhersteller bereits einige Systeme mit dem Viiv-Logo gekennzeichnet und wird auch künftig das Zertifikat auf einer bestimmten Produktserie fortführen. Der Kunde erfährt nun jedoch erst nach der Auslieferung, ob sein PC aus der Viiv-Reihe stammt oder nicht, denn online erfährt er darüber nichts mehr. Die zertifizierten Systeme sind die Dell Dimensions E520, XPS 210 und XPS 410.

Alien

Prekärer Weise kommt nun noch hinzu, dass die Dell-Tochter Alien Ware unterdessen einige Rechner mit dem AMD-Live-Zeichen bewirbt. Genau wie die Spezifikationen des Konkurrenten, setzt AMD ebenfalls auf die Beschleunigung von Multimedia-Applikationen und sieht für seine Initiative die hauseigenen Athlon64 X2-Prozessoren vor.

Auf eine Karte

Intel leitet indes alles in die Wege, um das Zertifikat und die damit verbundenen Core2 Duo-Prozessoren an die Konsumenten zu bringen. Unterstützung erhält der Konzern dabei von Branchengrößen wie Hewlett-Packard und Gateway, mit Dell fiel nun jedoch der wichtigste Partner weg. Der Rückschlag zeigt so, dass es Intel bislang nicht gelungen ist mit Viiv an die erfolgreiche Centrino-Serie anzuknüpfen. Der Werbeaufwand gestaltet sich dennoch nicht weniger pompös, wurden doch unter anderem exklusive und kostspielige Deals mit der NFL und dem Sender NBC geschlossen, um die Marke zu verbreiten.

Gespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen den Branchen-Giganten scheint nach dem Bruch mit dem Intel-Exklusiv-Vertrag seitens Dell abermals gespannt zu sein. Der PC-Hersteller hatte dennoch angekündigt in Zukunft Viiv-Produkte wieder zu bewerben und vielleicht lässt der Konzern in diesem Fall aus Verärgerung über den Intel-Apple-Deal nur seine Muskeln spielen. Denn selbst Intel kann es sich nicht leisten Dell als Partner zu verlieren. (red)

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    dell.com
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