Agrana-Ausblick für 2006/07 stabil, Dividende "nicht unter Vorjahr"

24. Oktober 2006, 14:55
posten

Wachstum im Halbjahr durch Akquisitionen - Umsatz und Ergebnis zu 50 Prozent schon aus dem Frucht-Bereich

Wien - Die Zeichen beim börsenotierten Frucht-, Zucker- und Stärkekonzern Agrana stehen weiter auf Wachstum. Die Projekte in China (Joint-Venture für Apfelsaftkonzentrat), Brasilien (neue Produktionsanlage für Fruchtzubereitungen) und Bosnien-Herzegowina (Rohzuckerraffinerie), der Ausbau der Stärkeproduktion in Ungarn sowie das Bioethanolwerk in Pischelsdorf sollen für weitere Wachstumsimpulse sorgen, sagten die beiden Agrana-Vorstände Johann Marihart und Walter Grausam am Donnerstag bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses.

Für das Gesamtjahr 2006/07 wird eine Umsatzsteigerung im Konzern um 20 Prozent auf knapp 1,9 Mrd. Euro erwartet. Das operative Ergebnis soll stabil auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. Die Dividende werde "sicherlich nicht unter dem Vorjahr liegen", hielt sich Finanzvorstand Grausam noch bedeckt. Die Ausschüttung lag zuletzt bei 1,95 Euro je Aktie.

Organisches Wachstum

Mit einem starken organischen Wachstum werde das Segment Frucht mit einem Anteil von 50 Prozent zum stärksten Umsatz- und Ergebnisträger. Aus der Division Zucker sollen 38 Prozent des Umsatzes kommen, aus dem Stärke-Geschäft 12 Prozent. Bei Zucker müsse im zweiten Halbjahr 2006/07 auf Grund gestiegener Energiekosten, sinkender Zuckerexporte sowie der im Rahmen der EU-Zuckermarktreform notwendigen Abgabenzahlungen an den Restrukturierungsfonds mit einer schwächeren Entwicklung als im ersten Halbjahr gerechnet werden. Das Segment Stärke werde trotz höherer Rohstoffkosten stabil erwartet.

Bis zum Geschäftsjahr 2008/09 hat sich die Agrana das Ziel gesetzt, den Umsatz weiter auf über 2 Mrd. Euro zu steigern. Mögliche weitere Akquisitionen bzw. zusätzliche Neubauten seien dabei noch nicht berücksichtigt, hieß es. Die Division Zucker werde dann noch gut ein Drittel zum Umsatz beitragen, ein Fünftel werde nach Kapazitätserhöhungen und die Inbetriebnahme der Bioethanolanlage im Oktober 2008 aus der Division Stärke kommen. Rund 40 Prozent sollen aus der Division Frucht kommen.

"Die langfristige Umorientierung der Agrana von einem regionalen Zucker- und Stärkeunternehmen zu einem globalen Player wird im wahrsten Sinne des Wortes Früchte tragen", zeigten sich die beiden Vorstände zufrieden.

Akquisitionen und Bauvorhaben

Das erste Halbjahr 2006/07 (per 31. August) sei geprägt gewesen von zahlreichen Akquisitionen und Bauvorhaben, die das Management sowohl in der Verwaltung als auch in der Finanzierung gefordert haben, sagte Grausam. Erstmals wurden die beiden erworbenen Fruchtgesellschaften, die französische Atys-Gruppe und die deutsche DSF, in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Bei einem Umsatzplus von 28 Prozent auf 923,2 Mio. Euro konnte das operative Konzernergebnis (EBIT) um 24 Prozent auf 59,3 Mio. Euro verbessert werden. Der Finanzerfolg blieb mit minus 10,4 Mio. Euro weiter negativ. Durch die Akquisitionen sei der Fremdkapitalanteil und damit der Zinsaufwand gestiegen; zudem habe man in der Bilanz Vorsorge für mögliche Währungsverluste im Forint, Dollar und der ukrainischen Hryvnia getroffen, erläuterte Grausam.

Das Halbjahresergebnis vor Ertragssteuern erhöhte sich um 9 Prozent auf 48,9 Mio. Euro. Der Konzernperiodenüberschuss lag auf Grund einer von 23 auf 32 Prozent gestiegenen Steuerquote mit 33,4 Mio. Euro unter dem Halbjahresergebnis 2005/06 von 34,6 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich dennoch infolge gesunkener Minderheitenanteile auf 2,23 Euro (Vorjahr 2,12 Euro). 50,5 Mio. Euro sind an Sachinvestitionen geflossen. Die Zahl der Mitarbeiter in den nunmehr 54 Standorten, die auf allen fünf Kontinenten verteilt sind, hat sich leicht von 8.055 auf 7.972 Beschäftigte verringert. (APA)

Link
Agrana
Share if you care.