Aussicht auf höhere Nachfrage lässt Ölpreis wieder leicht steigen

23. Oktober 2006, 11:23
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Am Donnerstag war der Ölpreis zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember 2005 gesunken

Singapur - Die Aussicht auf eine höhere Nachfrage im Winterhalbjahr hat den US-Ölpreis am Freitag wieder etwas in die Höhe getrieben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November 58,21 US-Dollar und damit 35 Cent mehr als zu Handelsschluss am Vortag. Am Donnerstag war der Ölpreis zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember 2005 gesunken.

"Ich glaube, dass die Ölnachfrage für den Rest des Jahres hoch sein wird", sagte Analyst Steve Rowles von CFC Seymour. Der Winter auf der Nord-Halbkugel sorge üblicherweise für eine höhere Nachfrage. Die geplante Kürzung der OPEC-Fördermenge beeindruckt nach Einschätzung von Händlern die Märkte unterdessen kaum. Es scheint zunächst nicht zu einer offiziellen und von allen Mitgliedsländern der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) getragenen Kürzung der Fördermengen zu kommen, heißt es bei der DekaBank. Die Alleingänge einzelner Länder dürften nur eine eingeschränkte Auswirkung auf den Ölpreis haben.

OPEC-Öl wieder teurer

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wird womöglich nun doch schon in der kommenden Woche in Katar über eine Drosselung der Ölproduktion um rund eine Million Fass pro Tag beraten. "Es wird sehr, sehr wahrscheinlich am 20. Oktober Beratungen in Doha geben", verlautete am Freitag aus informierten Kreisen. Die Diskussionen könnten ein oder zwei Tage dauern.

An dem Treffen würden alle elf OPEC-Minister teilnehmen, viele von ihnen hätten ein starkes Bedürfnis nach persönlichen Beratungen. "Die OPEC steht kurz vor einer Einigung in der Frage, wer seine Produktion wie stark zurückfahren soll", hieß es weiter. Dem venezolanischen Ölminister Rafael Ramirez zufolge herrscht bereits Einigkeit, dass die Produktionsmenge um eine Million Barrel pro Tag zurückgefahren wird.

Am Freitag hatte der Ölpreis von seinem Jahrestief wieder Abstand genommen und sich nach der Schließung zweier Ölfelder in Norwegen und gesunkenen Lagerbeständen in den USA auf Aufwärtskurs begeben. Am Nachmittag lag der Preis für ein Fass (rund 159 Liter) US-Leichtöl etwa 88 Cent im Plus bei 58,69 Dollar (46,84 Euro). Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete mit 59,62 Dollar rund 86 Cent mehr als am Vortag. Damit lag der Ölpreis aber weiter rund 20 Dollar unter den Rekordständen von Juli. (APA)

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