FCC verschiebt Abstimmung über BellSouth-Kauf durch AT&T

20. Oktober 2006, 10:18
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Auf Freitag

Die für den Telekommunikationssektor zuständige US-Behörde FCC (Federal Communications Commission) hat ein für Donnerstag angesetztes Treffen zur geplanten Übernahme der großen Telefongesellschaft BellSouth Corporation durch den größten US- Telefonkonzern AT&T Inc. kurzfristig auf Freitag verschoben.

AT&T will BellSouth im Zuge einer der kostspieligsten Übernahmen der amerikanischen Telekommunikationsbranche zu derzeitigen Aktienkursen für rund 78 Mrd. Dollar (62 Mrd. Euro) schlucken. Damit würde AT&T seine Position als amerikanischer Telekom- Branchenführer weiter ausbauen.

Zuvor hatte das US-Justizministerium am Mittwoch die Übernahme ohne jegliche Auflagen genehmigt, weil sie den Wettbewerb kaum verringern werde. Dies hatte sofort zu harter Kritik der beiden demokratischen FCC-Mitglieder, demokratischer Kongresspolitiker sowie amerikanischer Verbraucherschutzgruppen geführt. Sie warfen dem Justizministerium vor, seine Verantwortung zum Wettbewerbs- und Verbraucherschutz aufgegeben zu haben.

Die FCC hat drei republikanische Mitglieder. Der Leiter des Gremiums, Kevin Martin, hatte die Annahme ohne Auflagen empfohlen. Einer der drei republikanischen FCC-Vertreter wollte wegen Interessenkonflikten nicht abstimmen. Es ist nach Ansicht von Kartellrechtsexperten auch denkbar, dass die FCC einige Auflagen macht, um kleineren Telefongesellschaften und Verbraucherschutzgruppen den Zusammenschluss schmackhafter zu machen.(APA/dpa)

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