Kampfhunde laut Menschenrechtsgruppe auch in US-Gefängnissen

17. Oktober 2006, 16:29
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Human Rights Watch: Einsatz in fünf US-Staaten

New York - In fünf US-Staaten können laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in Gefängnissen Kampfhunde gegen Häftlinge eingesetzt werden. Dies sei von den Behörden verheimlicht worden, erklärte Human-Rights-Watch-Direktorin Jamie Fellner am Mittwoch. "Die ganze Welt hat die Bilder von dem Häftling in Abu Ghraib gesehen, der in Panik vor einem knurrenden Hund kniet, aber der Einsatz von Kampfhunden in US-Gefängnissen wurde verheimlicht", sagte Fellner.

Dem Bericht zufolge werden Kampfhunde in den US-Staaten Connecticut, Delaware, Iowa, South Dakota und Utah eingesetzt, um Häftlinge, die ihre Zellen nicht verlassen wollen, hinauszutreiben. Wenn die Häftlinge sich weigern, sollen die Hunde auch zubeißen. "Human Rights Watch kennt kein anderes Land auf der Welt, in dem die Behörden es zulassen, dass Hunde Gefangene angreifen, wenn diese ihre Zellen nicht freiwillig verlassen." Gegen Hunde zur Bewachung des Gefängnisgeländes sei nichts einzuwenden, erklärte die Organisation.

Dem Bericht zufolge werden die Hunde in den Gefängnissen von South Dakota, Utah und Delaware nur selten, wenn überhaupt eingesetzt. In Connecticut sei dies 2005 in 20 Fällen geschehen, in Iowa in 63 Fällen von März 2005 bis März 2006. Massachusetts und auch Arizona stellten diese Praxis in diesem Jahr ein. (APA/AP)

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