UNMIK wird serbisches Referendum nicht unterstützen

16. Oktober 2006, 14:15
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Parlamentspräsident der Vojvodina ruft zum Boykott auf

Pristina/Belgrad - Die UNO-Übergangsverwaltung im Kosovo (UNMIK) hat eine Unterstützung des von der serbischen Regierung angesetzten Verfassungsreferendums ausgeschlossen. Die UNMIK werde die Ausrichtung der Volksabstimmung im Kosovo nicht unterstützen, sie werde aber auch niemanden an der Stimmabgabe hindern, sagte ein Sprecher der UNO-Mission am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Pristina. Der Präsident des Provinzparlaments von Vojvodina im Norden Serbiens, Bojan Kostres, rief nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Beta unterdessen zum Boykott des Referendums auf.

Die Serben sollen am 28. und 29. Oktober über die vom Parlament Ende September bereits gebilligte Verfassung abstimmen, wonach die unter UNO-Aufsicht stehende Provinz Kosovo Bestandteil der Republik bleibt. Die mehrheitlich albanischstämmigen Bewohner des Kosovo boykottieren seit 1990 die gesamtstaatlichen Wahlen und sind deshalb nicht mehr in den Wählerverzeichnissen eingetragen. Der Kosovo gehört völkerrechtlich zu Serbien, steht aber seit dem Kriegsende 1999 unter UNO-Verwaltung. Die zu 90 Prozent albanischstämmige Bevölkerung will die Unabhängigkeit. Die Regierung in Belgrad und die serbische Minderheit im Kosovo lehnen dies ab.

Kostres sagte in der Provinzhauptstadt Novi Sad, seine Bitte bei Ministerpräsident Vojislav Kostunica um Verschiebung des Referendums um einen Monat sei ohne Erfolg gewesen. Er habe um den Aufschub gebeten, damit die Verfassungsreform in der Öffentlichkeit und im Regionalparlament erörtert werden könne. Ein Boykott der Abstimmung in Vojvodina sei nun "der einzige Weg", die Interessen seiner Provinz zu verteidigen. Die autonome serbische Provinz Vojvodina zählt mehr als 20 unterschiedliche Volksgruppen, darunter etwa 300.000 ungarischstämmige Bewohner. (APA/AFP)

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