Kärnten floppt mit Swaps

24. Oktober 2006, 14:55
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Nach der Hypo Alpe-Adria ist nun auch das Land auf die Nase gefallen - Haider: "Kein Ausstieg"

Klagenfurt - Nach der Hypo Alpe-Adria Group ist jetzt auch das Land Kärnten mit Swap-Geschäften auf die Nase gefallen. Im September musste die Landesfinanzabteilung seine Zins-swap in der Höhe von 2,8 Millionen Euro auflösen, weil sonst die Verluste noch höher (rund vier Millionen) ausgefallen wären. Das Land Kärnten hat – wie der Standard berichtete – Swaps im Gesamtvolumen von 132,41 Mio. Euro laufen, aus denen 5,4 Mio. Euro Gewinn erwirtschaftet wurden. Der nun gefloppte wurde im April 2004 abgeschlossen.

Im Beraterstab des Landes saß damals unter anderem Christian Rauscher, der als Treasury-Chef der Hypo rund 328 Mio. Euro mit Swaps in den Sand gesetzt hatte. Ermittlungen laufen, es gilt die Unschuldsvermutung. Dem Land drohen aber weitere Swap-Verluste bis zu 7,3 Mio. Euro, wenn die betroffenen Swaps bis 2012 weiterlaufen. Das zumindest errechneten Finanzexperten von „Trans Europe Financials“, die eine Analyse des Portfolio-Management des Landes Kärnten vornahmen.

Das Land hat das Verlust_risiko allerdings mit 17,69 Euro selbst begrenzt. „Eine mittlere Katastrophe, das ist Steuergeld. Das hat im Hochrisi_kobereich nichts verloren“, fordert ÖVP-Abgeordneter Stefan Tauschitz, ebenso wie die Kärntner SPÖ-Chefin Gaby Schaunig, einen sofortigen Ausstieg aus solchen Geschäften. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider will davon jedoch nichts wissen: „Kommt nicht infrage.“ Das Land habe seit 1996 Millionen verdient. Ein Ausstieg würde dem Land und der heimischen Wirtschaft schaden. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.10.2006)

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