Launische Entscheidungen

11. Oktober 2006, 19:13
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Auktionen im Dorotheum und "im Kinsky"

Wien - Woran, wenn nicht an Vergleichsveranstaltungen aus vergangenen Saisonen und den jenseits der monetären Erwartungen weitergereichten Kunstobjekten misst man im Auktionsgeschehen den Erfolg. Vergangene Woche brachten das Dorotheum und "im Kinsky" in nicht weniger als neun Sitzungen Spartenspezifisches unters Publikum.

Das Glück ist bekanntlich ein Vogerl und dementsprechend launisch verteilte es diesmal seine Gunst. Im Oktober 2005 hatte die Expertenschaft im Kinsky nach zwei Tagen netto 5,56 Millionen Euro beisammen. Allein die damals erstmals umfangreich vertretene Sparte Gemälde Alter Meister trug dazu mit 1,17 Millionen bei. Ein Jahr später herrscht zwar nicht Katzenjammer, aber angesichts der im Rahmen der 60. Kunstauktion erwirtschafteten 1,9 Millionen auch keine Euphorie. Spannende Bietgefechte bildeten in beiden Häusern die Minderheit. Im direkten Vergleich zu den Vorjahresergebnissen scheint vor allem die Sektion bildender Kunst zu schwächeln:

Im Kinsky blieb die Nachfrage - bei Alten Meistern ebenso wie bei Arbeiten des 19. Jahrhunderts - größtenteils am vom Einbringer festgelegte Limit hängen. Im Dorotheum brachte das Entschlackungsprogramm auch nicht das gewünschte Ergebnis. Bei den Gemälden Alter Meister bremste sich die Verkaufsquote bei 42 Prozent ein und summierte sich auf einen Nettoabsatz von 2,5 Millionen (2005: 44 Prozent, 2,83 Mio).

Bei Altmeisterzeichnungen schafften es auch einzelne Spitzenzuschläge nicht - darunter ein schlafender Knabe von Jakob Matthias Schmutzer (13.000) -, über das Resultat hinwegtäuschen: 239.600 gegenüber 354.000 im Herbst 2005.

Deutlich besser lief es für die Sparten Glas & Porzellan und Skulpturen, Letztere erfreut sich eines Zuwachses von 39 Prozent und steuerte zum Gesamtergebnis von netto 4,6 Millionen Euro 491.500 bei (2005: 354.000). Immerhin darf sich Experte Ulrich Prinz einen besonders prominenten Ankauf an die Fahnen heften:

Der Giovanni Giuliani zugeschriebene Barocktisch gefiel auch dem Fürsten von Liechtenstein. In seinem Namen komplettierte Johann Kräftner das bereits in der Sammlung befindliche Dreier-Ensemble für den Kaufpreis von 36.600 Euro zu einem Quartett. (kron / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.10.2006)

  • Für netto 30.000 Euro holte sich Johann Kräftner diesen italienischen Barocktisch.
    foto: dorotheum

    Für netto 30.000 Euro holte sich Johann Kräftner diesen italienischen Barocktisch.

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