Bericht, Beruhigung und Bye-bye

13. Oktober 2006, 11:16
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Schweitzer glaubt, dass die staatliche Sportförderung hält, und ärgert sich über Fußball

Wien - Was er in Zukunft tun wird? "Das steht in den Sternen", sagt Karl Schweitzer. Was er von 28. Februar 2003 bis 30. September 2006 getan hat, steht im "Tätigkeitsbericht". Der Sportstaatssekretär hat diesen Bericht gestern, Mittwoch, vorgelegt, man kann auch sagen, er hat sich offiziell verabschiedet, das BZÖ hatte ihn nur auf den 16. Listenplatz gereiht. Auf den Verbleib im Parlament hatte der Burgenländer nie eine Chance, dafür war Kärnten quasi nicht groß genug.

Schweitzers Bericht umfasst 71 Seiten und eine CD mit unter anderem allen Emails, die sein Sekretariat versendet hat, es waren etwas weniger als tausend. Auf der Umschlagklappe des Berichts und während der Präsentation wird und wurde der 54-Jährige sehr gelobt, in den Gesang stimmten Sportler (Heill, Pumper, Gottwald, Farnik, Jukic), Trainer (Scherney, Michlmayr) und Funktionäre (Zeh, Schasching, Schutti, Gandler) ein. "Danke, danke, danke", ging es durch den Spiegelsaal im Wiener Haus des Sports, und am Ende wurde Schweitzer mit Applaus bedacht. Eine Welle hätte nicht ganz zum Rahmen gepasst und wäre wohl auch des Guten etwas zu viel gewesen.

"Keine Aufregung"

Unter Schweitzer hat, wie der Standard berichtete, der Sport mehr Geld lukriert. Die staatliche Sportförderung aus den Lotto/Toto-Töpfen ist nicht mehr, wie früher, mit 36 Millionen Euro im Jahr gedeckelt. Für 2007 erwartet der Staatssekretär 72 Millionen. Sollte das Glücksspielmonopolgesetz in Österreich auf EU-Druck fallen, hätte das allerdings weit reichende Folgen. Schweitzer: "Kein Grund zur Aufregung. Ich bin überzeugt, das passiert nicht."

Der allgemeine Tenor: Man wird auf Schweitzers Arbeit aufbauen können. Die Fördervergabe soll entbürokratisiert, das Anti-Doping-Gesetz verbessert werden. Und das Thema Fußball und EURO 2008? "Manche Verbände glauben", sagt Schweitzer, "dass sie eh alles besser wissen." (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 12. Oktober 2006, Fritz Neumann)

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