Sahara-Begrünung: Rückeroberung von Wüstengebieten gelingt

15. Oktober 2006, 12:00
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Aufforstung durch Wiederanpflanzen einer Akazienart als Schlüssel zum Erfolg in Niger

London - Durch systematische Aufforstung erobern sich Bauern im Niger Teile der Sahara zurück: In den vergangenen 20 Jahren sei dadurch ein Gebiet von drei Millionen Hektar begrünt worden, berichtet das britische Magazin "New Scientist" in seiner Ausgabe vom kommenden Samstag. Auf 250.000 Hektar sei bereits wieder Landwirtschaft möglich.

Bis in die frühen 1980er Jahre hatte sich die Wüste in dem afrikanischen Staat wegen fortschreitender Abholzung immer weiter ausgebreitet. Das Wiederanpflanzen einer Akazienart (Faidherbia albida) wurde Mitte der 1980er Jahre gestartet. "Die Erfolge sind umwerfend", sagte Chris Reij von der Freien Universität Amsterdam, der die Ergebnisse vor kurzem auf einer Fachkonferenz in Niger präsentierte: Wo vor 20 Jahren auf verdorrtem Land kaum noch ein Baum stand, seien es nun 50 bis 100 Bäume pro Hektar.

"Die Spirale der Degeneration wurde umgekehrt"

Dadurch würden die Lebenszyklen neu in Gang gesetzt, erläuterte Reij dem "New Scientist". Mehr Pflanzen bedeuteten nicht nur zusätzliche Lebensmittel und TierfutterBauern, sondern auch mehr Dünger, der wiederum das Erdreich stärke und vor Erosion schütze. "Die Spirale der Degeneration wurde umgekehrt", sagte Reij. Seit Mitte der 1980er Jahre seien die Erträge verschiedener Hirsesorten um 20 bis 80 Prozent gestiegen, die Gemüseproduktion habe sich vervierfacht.

Aber auch auf das Klima generell habe die Wiederaufforstung gute Effekte. So zeigten Analysen von Satellitenbildern, dass sich in der Sahelzone zwischen 1982 und 1999 die Regenmenge um 10 bis 20 Prozent erhöht habe, wo das Land begrünt worden sei. Reij und Kollegen hoffen nun, dass auch Nachbarländer wie Mali, Senegal und Burkina Faso dem Beispiel Nigers folgen. (APA/dpa)

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