Insel sucht Bevölkerung

23. Oktober 2006, 15:17
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Das kleine Hebriden-Eiland Canna hat praktisch keine Bewohner mehr - Suche nach ansiedlungswilligen Familien stößt auf großes Echo

London - Drei Stunden vom Festland entfernt, abgelegen und zunehmend menschenleer: Die kleine schottische Hebriden-Insel Canna leidet unter dramatischem Bevölkerungsschwund. Nur noch 15 Personen nennen mittlerweile das malerische Eiland ihr Zuhause. Der "National Trust for Scotland" zur Erhaltung des Natur- und Kulturerbes sucht deshalb zwei Familien, die sich auf Canna dauerhaft ansiedeln wollen - das Echo ist enorm.

Wem raues Klima, starker Wind, ständig wechselnde Wetterverhältnisse und Einsamkeit nichts ausmachen, der ist für diesen Außenposten der europäischen Zivilisation bestens geeignet. Denn er bietet atemberaubende Aussicht, spektakuläre Klippenszenerie, eine faszinierende Vogelwelt und jede Menge Platz. Von der Schiffsanlegestelle führt eine schmale Straße (die einzige auf der Insel) vorbei an Friedhof und Kirche zu einer Ansammlung von Häusern - das war's, mehr gibt's nicht.

Saisonale Gäste gibt es

Immerhin rund 30.000 Besucher - meist "Bird-Watcher" - kommen jährlich auf die Insel, die zu einer ganzen Gruppe von kleinen Eilanden gehört, die Namen wie Muck, Rhum oder Eigg tragen.

Wer allerdings ständiger Einwohner von Canna sein möchte, der benötigt jede Menge Durchhaltevermögen und sollte nicht allzu sehr auf Kommunikation oder sonstige "Action" erpicht sein. Es gibt zwar Elektrizität, aber die Telefonverbindungen sind schlecht, ganz abgesehen von sonstigem Festland-Komfort, auf den man verzichten muss (Auto, Pub).

Interessenten von weither

Der "National Trust for Scotland" offeriert nun ein modernes Haus und ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das als Frühstückspension ("Bed & Breakfast") genützt werden kann, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichtete. Wer handwerklich begabt ist und sich mit Gartenpflanzen auskennt, könnte auf Canna ein neues Zuhause finden. Und das wollen scheinbar viele: Schon 200 Familien hätten Anfragen gestellt - und die kamen unter anderem aus Dubai und Indien. (APA)

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