Maßnahmenbündel soll Sanierung sicherstellen

25. Oktober 2006, 21:12
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Hundstorfer: Überzeugt von Gesundung in 24 Monaten - Sehr zufrieden mit Bawag-Verkaufsprozess - Immobilienverkauf soll 47 Millionen bringen

Wien - ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer ist überzeugt, den Gewerkschaftsbund ÖGB in den nächsten zwei Jahren sanieren zu können: "Wir werden dieses wirtschaftliche Problem überstehen und lösen. Ich bin zutiefst überzeugt, dass der ÖGB in 24 Monaten gesundet ist", zeigte sich Hundstorfer heute, Mittwoch, bei der Präsentation der ÖGB-Bilanz 2005 zuversichtlich. Die Zukunft des ÖGB will er durch Immobilienverkäufe, rigide Sparmaßnahmen und nicht zuletzt durch den Verkauf der BAWAG sichern. Verschiedene Projektgruppen seien nun dabei, ein "Bündel von Maßnahmen" zu erarbeiten, die nach Verhandlungen mit dem Zentralbetriebsrat in Kraft treten würden.

Optimaler Verkauf der Bawag notwendig

Hundstorfer betonte die Notwendigkeit eines optimalen BAWAG-Verkaufes, mit dem er noch in diesem Jahr rechnet. "Bisher bin ich mit dem Lauf des Verhandlungsprozesses sehr zufrieden", so der ÖGB-Chef. Keinerlei Angaben wollte er zu einem möglichen Verkaufspreis machen, da dies einen solchen Preis beeinflussen könne. Begeistert zeigte er sich über die Qualität der Bank und der Anbieter - "das ist etwas Tolles", so Hundstorfer.

Weitere Teile des "Maßnahmenbündels" betreffen den Bereich der sich im Besitz des ÖGB befindlichen Immobilien. Mit der Veräußerung der Grundstücke Schottenring 14 und Hohenstaufengasse 12 und damit der ÖGB-Zentrale sollen 47 Mio. Euro einfließen. Weitere Immobilienverkäufe seien nicht geplant, Hundstorfer möchte aber Immobilien "frei machen", um sie "optimal bewirtschaften" zu können. Durchforstet werden sollen auch Verträge bezüglich einiger ÖGB-Feriendörfer - aus denen jährlich rund 300.000 Euro lukriert werden sollen.

Kein Kommentar zu Personaleinsparungen

Über Personaleinsparungen wollte Hundstorfer medial keine Auskünfte geben, da werde es "vorher noch Betriebsratsverhandlungen geben." Mit natürlichen Abgängen sei ohnehin zu rechnen. Bis Jahresende 2006 soll es um 55 Beschäftigte im ÖGB weniger geben, auch die Betriebskosten sollen reduziert werden. Auch der Bereich der Pensionen sei Teil des "Betriebsratsprogramms".

Die vom ÖGB geplanten Einsparungen sollen ab 2006 greifen. ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider hofft schon ab dem kommenden Jahr mit einer ausgeglicheneren Bilanz, die sich nicht zuletzt aus den genannten Verkäufen ergeben werde. Nach dem Greifen der Reformen rechnet Schneider für 2007 sogar mit einer Reserve. (APA)

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