Knickerbocker(s)

Redaktion, 25. Oktober 2006, 14:30
  • Historisches Modell für die Frau
    foto: archiv

    Historisches Modell für die Frau

  • Klassische Knickerbocker für den Mann
    foto: archiv

    Klassische Knickerbocker für den Mann

  • Auch ein Bier erhielt den Namen
    foto: archiv

    Auch ein Bier erhielt den Namen

Die ehemalige Schlumperhose, allgemein Kniebundhose genannt, verdankt ihren Namen der Romanfigur in "Humorous History of New York" und wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts getragen

Als im Jahr 1809 Washington Irving unter dem Pseudonym Dietrich Knickerbocker seinen Roman "Humorous History of New York" publiziert hat, konnte er nicht wissen, mit der Hauptfigur namens Jansen Knickerbocker, in die Modegeschichte einzugehen. In seinem Buch beschreibt er die aus Holland stammenden ersten SiedlerInnen New Yorks in ihren typischen Schlumperhosen.

Dabei handelt es sich um wadenlange, damals nur den Männern gestattete, Hosen mit leichtem Überfall unter dem Knie und einem seitlich zu einer Schleife zusammen gebundenen Band. Die Seitennähte waren an der Außenseite zumeist mit Knöpfen verziert. Während die Schlumperhose, die seit dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts überliefert ist, noch mit Nesteln an der Wamstaille befestigt war - beim "gemeinen Volk" wurde sie durch einen Gürtel gehalten, kommt die Knickerbocker mit Taillenbund sowie Knopf- oder Reißverschluss aus. Außerdem weist die klassische Variante etwas nach hinten verlegte Seitennähte und einen großzügigeren Schnitt auf.

Plusfours und Kristiania

1895 kamen ähnliche Kniehosen zum Radfahren und Wandern in Mode, die englische Knickerbockers genannt wurden. Sie waren jedoch körpernäher und ohne Überfall geschnitten, so dass der Kniebund sichtbar blieb, und wurden erst im Zuge der Golfmode weiter und vor allem länger. Unter dem Begriff "Plusfours" tauchten sie in den 1920er-Jahren in England auf. Kurz darauf wurden sie - mittlerweile knöchellang - als "Kristianiahosen" zum Skifahren getragen.

Die Kniehose bildet sozusagen den Ursprung aller Formen der halblangen Hose. Diese wiederum ist um 1500 aus der Strumpfhose für den Mann entstanden. Im Laufe der Mode- und Kostümgeschichte findet man Abwandlungen in der Bund- und Caddyhose, der Culotte sowie der Pluder- und Pumphose.

Ein besonderes Revival erlebte die Knickerbocker übrigens in den 50er-Jahren, wobei sie speziell als Wander- und Golfhose gefragt war - und auch in diesem Modeherbst und -winter ist sie wieder up-to-date. (dabu)

Passender Reim

Hast du Durchfall, lass nicht locker,
kauf dir eine Knickerbocker.

****

Ich finde, das hat was!

Herzelichst
Ihr Lappe

BinnenI

Nicht nur dass das BinnenI ein sprachlicher Unsinn ist, führt es sich auch noch ad absurdum, wenn von den typischen Schlumper(?)hosen der ersten "SiedlerInnen" die Rede ist, die Hosen aber nur Männer tragen durften. Nix gegen die sprachliche Gleichbehandlung der Frau, aber bitte mit Hirn und Gefühl für Sprache.

dann hoffen wir

dass auch die new york knicks ein revival in der neuen saison erleben....

Ob man's glaubt oder nicht...

....hierzulande ist die Schnürlsamthose (!!) - nebst Jacken, usw. aus dem selben Material - der Modehit des Herbsts!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.