Ob 3-lagig oder Doppelflausch: Klopapier-Produktion verbraucht zuviele Ressourcen

23. Oktober 2006, 14:32
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WWF untersuchte Produkte der größten Hersteller auf ihren Anteil an Recycling-Papier - das Ergebnis war ernüchternd

Wien - Hygiene kostet - trotz ihres unbestrittenen Werts aber manchmal mehr als notwendig: Auf die - durchaus vermeidbaren - Folgen der Produktion von Klopapier macht die Umweltorganisation WWF aufmerksam. "Die Hersteller müssen endlich viel mehr Recyclingpapier oder FSC-Papier verwenden anstatt die Wälder dieser Welt in den Toiletten hinunterzuspülen", forderte WWF-Waldexpertin Julitta Berchtold. In einem aktuellen Test der Organisation erreichte lediglich SCA-Tissue ("Danke") einen guten Wert.

Der WWF untersuchte die fünf größten europäischen Produzenten von Klo- und Hygienepapier auf den Altpapiergehalt ihrer Produkte und deren Umweltverträglichkeit: Außer "Danke" mit 69 Prozent erreichte Metsa Tissue mit 53 Prozent ein befriedigendes Ergebnis. "Kimberly Clark" (40 Prozent), "Procter und Gamble" (34 Prozent) und "Georgia Pacific" (27 Prozent) "fielen dagegen zum wiederholten Mal durch eine sehr schwache Umweltleistung auf", hieß es in der Aussendung.

Klopapier, Servietten, Küchenrollen und Taschentücher bestehen in den meisten Fällen aus Zellstofffasern, die aus frisch gefällten Bäumen hergestellt werden. "Die Firmen sollten daher für ihre kurzlebigen Produkte mehr Recyclingpapier einsetzen: Nach wie vor werden sinnlos riesige Waldgebiete vernichtet und Tausende Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, nur damit der Farbton unseres Toilettenpapiers etwas heller ist", so der WWF. Die Organisation forderte die Unternehmen dazu auf, erheblich mehr Recyclingprodukte anzubieten. (APA/red)

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