Neu Delhi schiebt Affen ab

23. Oktober 2006, 14:32
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Sie sind Abbilder eines Gottes, gehen aber vielen auf die Nerven - jetzt werden lästige Languren zu Hunderten deportiert

Neu Delhi - Angesichts der Affenplage in der indischen Hauptstadt Neu Delhi hat das indische Verfassungsgericht die Deportation von 300 Tieren angeordnet. Die auf den Straßen Neu Delhis gefangenen Affen - zumiest Languren - sollten in Wälder im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh gebracht werden, berichtete die Zeitung "Hindustan Times" am Mittwoch.

Die Regierung Madhya Pradeshs hat widerwillig zugestimmt, die "Stadtaffen" zu übernehmen. "Diese Affen sind in Städten groß geworden und werden sich möglicherweise nicht an den Wald anpassen können", sagte ein Regierungsvertreter dem Nachrichtensender NDTV. "Die Menschen, die um die Wälder herum leben, haben Einwände gegen die Affen. Wenn es Probleme gibt, werden wir uns ans Gericht wenden."

Verehrt, doch zu stark vermehrt

Die Behörden und auch die Justiz in Neu Delhi versuchen seit Jahren, der Affenplage - und auch der streunenden Kühe in der Stadt - Herr zu werden. Da der Affengott Hanuman einer der höchsten Heiligen der Hindus ist, wird nicht gewaltsam gegen Affen vorgegangen. Auch außergewöhnliche Maßnahmen brachten keinen Erfolg: Seit Jahren sind im Regierungsgebiet, das besonders betroffen ist, Männer mit zahmen großen Affen an langen Leinen unterwegs, die ihre kleineren Artgenossen verschrecken und vertreiben sollen.

Die kleineren Affen lassen sich allerdings höchstens zeitweise in die Flucht schlagen. Ihre Zahl hat in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen. Beamte in Ministerien und Behörden beschweren sich immer wieder über Affen, die in Büros eindringen und dort Chaos verursachen. Die Tiere, die kräftig zubeißen können, gelangen auch in Wohnungen, wo sie nach Essbarem suchen und die Einrichtung verwüsten. (APA/dpa)

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