Weiterbildung fördert Produktivität

15. Oktober 2006, 17:00
2 Postings

Die Anhebung des Bildungsfreibetrags und eine Bildungsprämie soll Unternehmen zur Weiterbildung von MitarbeiterInnen motivieren

Die Kommission der Europäischen Union hat in ihren 2003 veröffentlichten beschäftigungspolitischen Leitlinien, die Anhebung der Humanressourceninvestitionen und die Verbesserung von Qualität und Effektivität der Aus- und Weiterbildungssysteme als Voraussetzung für die Förderung von Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und aktivem Altern festgehalten. Die Aus- und Weiterbildungsbeteiligung der Erwachsenen ist für die meisten Mitgliedstaaten ein entscheidender Faktor, wobei es vor allem um den Zugang zur Aus- und Weiterbildung geht. Die Personengruppen mit den größten Weiterbildungsbedarf - Geringqualifizierte, ältere Arbeitskräfte, befristet Beschäftigte und Teilzeitbeschäftigte sowie Arbeitnehmer in kleineren Unternehmen - sind gleichzeitig die Gruppen mit der niedrigsten Weiterbildungswahrscheinlichkeit, heißt es weiter.

Österreichische Firmen geben sich zu Schulungsmaßnahmen bedeckt. Werden österreichische ArbeitnehmerInnen auf Schulung geschickt, dann drücken sie im Durchschnitt 3,58 Tage pro Jahr die Schulbank. Das lassen sich die Firmen durchschnittlich 700 Euro jährlich kosten. Insgesamt geben die Unternehmen 860 Mio. Euro für die Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen aus.

In Relation zu den Arbeitskosten insgesamt betragen die jährlichen Weiterbildungsausgaben in Österreich 1,3 Prozent und sind unter dem EU-Mittel, das bei 2,3 Prozent liegt. Gründe für diesen schlechten Mittelwert liegen laut Auskunft von Thomas Mayr vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) darin, dass in Österreich der Schwerpunkt in der beruflichen Erstausbildung liegt, andere europäische Länder, die diesen Schwerpunkt nicht gesetzt haben, müssen schon allein aus diesem Grund mehr in die Aus- und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen investieren. Ein europäischer Vergleich ist anhand der unterschiedlichen Ausbildungsmodelle schwierig.

Ungeachtet der Zahlen werden betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen immer wichtiger, nicht nur um die Qualität und den Standort zu sichern, sondern auch, um die Mitarbeiter zu motivieren. Einer Untersuchung von Research-Team zufolge ist einer der häufigsten Kündigungsgründe mangelnde Aus- und Weiterbildungmöglichkeiten.

Als Anreiz für Weiterbildung hat die Politik mit der Anhebung des Freibetrages von 9 Prozent auf 20 Prozent reagiert. Der Bildungsfreibetrag wird zusätzlich zur Berücksichtigung der Bildungsaufwendungen als Betriebsausgabe geltend gemacht und kann auch für innerbetriebliche Ausbildungskosten angewendet werden. Alternativ zum Freibetrag kann eine Bildungsprämie in der Höhe von bis zu 6 Prozent der Aus- und Fortbildungskosten beantragt werden. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen werden immer wichtiger.

Share if you care.