Metaller: Erste Drohgebärden

25. Oktober 2006, 16:12
21 Postings

Betriebsräte sind "ang'fressen, weil nix geht" - Betriebsversammlungen in Vorbereitung

Wien - Die Betriebsräte der heimischen Metall verarbeitenden Branche sind "ang'fressen, weil nix geht", hieß es am Freitag in Gewerkschaftskreisen. In der Nacht wurden die Kollektivvertragsverhandlungen mit den Arbeitnehmern nach einer elfstündigen Sitzung abgebrochen, ohne dass sich die Positionen besonders angenähert hätten. Jetzt soll am 19. Oktober weiterverhandelt werden. Wenn wieder kein Ergebnis zustande kommen sollte, "werden danach Betriebsverhandlungen abgehalten. Die Vorbereitungen sind österreichweit im Laufen", hört man von Gewerkschaftern.

Was die Arbeitnehmer besonders magerlt, ist der von den Unternehmern gewünschte differenzierte Lohnabschluss. Sprich: Lediglich die Inflation solle einheitlich abgegolten werden, weitere Entgelterhöhungen sollten vom jeweiligen Betriebsgewinn - konkret vom Ebit ("Earnings before Interest and Taxes") - abhängig sein. Die Gewerkschaft fürchtet aber Bilanztricksereien und fragt, wer ein derartiges System verstehen und/oder kontrollieren solle. Laut Metaller-Verhandler Erich Foglar stünden die Gewerkschaften "nach wie vor zu ihrem Grundsatz der solidarischen Lohnpolitik".

Die Arbeitgeber machen dem Vernehmen nach aber auch Druck: So habe der größte Teilfachverband ("Maschinen und Metallwaren") bereits mit dem Auszug aus den gemeinsamen Verhandlungen gedroht, so wie es vor wenigen Jahre die Elektroindustrie bereits getan hat. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.10.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.