Tausendfüßer-Plage in Vorarlberg: Ganz unbesiegbar sind sie nicht

23. Oktober 2006, 14:32
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Substanz, die den Chitinpanzer der Tiere angreift, zeigt erste Erfolge - Raubmilben waren zuvor gescheitert

Bregenz - Gegen die Tausendfüßer-Invasion in der Vorarlberger Kleingemeinde Röns im Bezirk Feldkirch ist nun nach jahrelanger Suche wahrscheinlich ein Mittel gefunden worden. Klaus Zimmermann, Biologe des Vorarlberger Naturkundemuseums "inatura", meldete am Mittwoch erste Erfolge bei der Bekämpfung der Plagegeister.

Gegen das seit Jahren massenhafte Aufkommen der Tiere hatte bisher kein Mittel geholfen, selbst Experten zeigten sich ratlos. Die Tausendfüßer hängen an den Wänden der betroffenen sechs Häuser, bevölkern die Terrasse, kriechen in jede Ritze. Auch der Einsatz von Raubmilben, die die Eier der Tausendfüßer angriffen, brachte nach ersten positiven Effekten nicht den gewünschten dauerhaften Erfolg. Das Phänomen des massenhaften Auftretens von Tausendfüßern ist in der Wissenschaft zwar bekannt, kann aber nicht wirklich erklärt werden.

Laut Zimmermann laufen in Röns zur Zeit zwei Versuche. Bei einem Haus wird seit Montagabend ein ungiftiges mineralisches Pulver ausprobiert, das bereits Wirkung zeige. Winzige Kristalle zerstören dabei auf physikalischem Weg den Chitinpanzer der Tiere, die daraufhin innerhalb von zwölf Stunden austrocknen. Das Pulver sei bei richtiger Anwendung unschädlich für Menschen, Haustiere und beispielsweise Igel. Ein zweites eingesetztes Mittel funktioniert ähnlich und ist ebenfalls ungiftig. Es handle sich dabei um ein Pulver aus fossilem Phytoplankton, das stark silikathaltig sei, sagte Zimmermann. Ob auch die zweite Substanz die erwünschte Wirkung zeigt, werde sich in den kommenden Tagen herausstellen. (APA)

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    Tagtägliche Entsorgungsmaßnahme in den betroffenen Häusern

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