Chefs wollen Notwendigkeit darlegen

11. Oktober 2006, 13:26
posten

In Beratungsgespräch mit dem Bordbetriebsrat - AUA-Managment: Umsetzung der Maßnahmen duldet keinen Aufschub

Wien - Nachdem der AUA-Bordbetriebsrat Ende letzter Woche im Konflikt mit dem Management um Sparmaßnahmen und Jobabbau einen Einspruch gegen die Wirtschaftsführung nach Arbeitsverfassungsgesetz eingebracht hat, will die AUA-Führung nun die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit der Maßnahmen darlegen. Dementsprechend werde man im Sinne des Arbeitsverfassungsgesetzes ein "Beratungsgespräch" innerhalb der gesetzlichen Frist mit dem Bordbetriebsrat führen, teilte die Austrian Airlines (AUA) am Mittwoch mit.

Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen dulde allerdings nach Überzeugung der Konzernführung keinen Aufschub, betonte das AUA-Management heute. Beim Ressourcenabbau, der aus der Aufgabe von zwei Airbus A340 resultiere, versuche man, Kündigungen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Der Transfer der drei "Fokker 70"-Flugzeuge zu Austrian arrows sei die "notwendige Konzentration der Regionalflugflotte" in der dafür vorgesehenen Gesellschaft, da Austrian arrows im Einklang mit gültigen Kollektivverträgen Flugzeuge bis zu 110 Sitzplätzen betreibe, argumentiert die AUA. Der separate Betrieb einer Miniflotte von drei "Fokker 70" in der Austrian-Mainline - neben der von Austrian arrows betriebenen Fokker Flotte von derzeit insgesamt 18 Flugzeugen (12 Fokker 100, 6 Fokker 70) - sei angesichts der Vorteile einer konsequenten Harmonisierung der Regionalflotte "wirtschaftlich nicht länger vertretbar". (APA)

Entschieden als "haltlos" zurückgewiesen wurden vom AUA-Management heute die wiederholten "Angriffe und Verunglimpfungen des Austrian Bordbetriebsrats gegen das Management und die Kollegen im Finanz-, Marketing- und Personalbereich". Dies sei auch angesichts der geplanten Kapitalerhöhung "unternehmens- und geschäftsschädigend". Die AUA-Personalvertreter werfen AUA-Finanzvorstand Thomas Kleibl laut einem heutigen Bericht der Tageszeitung "Österreich" vor, dass er durch Nicht-Absicherung des Treibstoffpreises (Hedging) innerhalb von drei Jahren ein Ergebnispotenzial von 500 Mio. Euro verspielt habe.

Share if you care.