Logistikbranche leidet unter zu geringen Transportkapazitäten

19. Oktober 2006, 14:42
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Schenker: Strenge Einhaltung der Lkw-Fahrtzeiten und überdurchschnittlich viele Lkw-Kontrollen belasten Transporteure

Wien - Die wieder anziehende Wirtschaft führt zu höheren Transportaufkommen bei gleichzeitig sinkender Transportkapazität. Allein im ersten Halbjahr 2006 kam es bei den verladenen Mengen in Österreich zu einem Anstieg von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, rechnete am Mittwoch der Logistikdienstleister Schenker vor. Der wachsenden Konkurrenzdruck, insbesondere durch die Osterweiterung, habe aber innerhalb der vergangenen drei Jahre zu einem Insolvenzanstieg in der Logistikbranche von knapp 60 Prozent geführt.

"Allein in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres sind laut Kreditschutzverband 400 Transportunternehmen in die Insolvenz geschlittert", so Schenker in einer Aussendung. Die Hintergründe dieser Entwicklung würden in der Kostensituation und ungleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen liegen, wie etwa bei der Lkw-Maut oder der Kfz-Steuer.

Widerstand gegen digitalen Tachografen

Widerstand kommt einmal mehr gegen den digitalen Tachografen, der die Verkehrssicherheit verbessern soll. Er protokolliert wie schon bisher der "Papier-Tachograf" etwa Ruhezeiten und Geschwindigkeiten der Fahrer - nur soll er sich schwerer manipulieren lassen. Weiters wird Kritik an dem Arbeitszeitgesetz geübt. Demnach würde das "genaue und kompromisslose Einhalten der Fahrzeiten" die Transportbranche zwingen, die Umlaufgeschwindigkeit der Lkw zu reduzieren.

Auch die "ungleichen Kontrollen" bemängelte Schenker. So würden in Österreich "überdurchschnittlich viele Lkw-Kontrollen durchgeführt". Zuletzt gab es in Wien eine großangelegte Lkw-Kontrolle. Dabei wurden 29 Schwerfahrzeuge überprüft und 68 Anzeigen erstattet. In sieben Fällen wurden vor Ort die Kennzeichen abmontiert, teilte damals die Polizei mit.

Kritik gibt es auch an den ÖBB. So seien in den vergangenen 15 Jahren keine neuen Waggons angeschafft worden. Extreme Knappheit herrsche bei Spezialwaggons wie z.B. für den Getreidetransport. Engpässe bei Zügen und Waggons gebe es aber nicht nur in Österreich, sondern EU-weit, so Schenker. (APA)

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