Barroso kritisiert Türkei für "fehlende Signale" im Zypern-Streit

30. Oktober 2006, 12:35
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EU-Kommissionspräsident stellt sich gegen Verheugen-Kritik

Brüssel - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat die Türkei für ihre fehlende Verhandlungsbereitschaft im Zypern-Streit kritisiert. "Ich bin sehr besorgt angesichts der fehlenden Signale, die dazu aus der Türkei kommen", sagte Barroso der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). Die Türkei muss bis Ende des Jahres ihre Häfen für Güter aus dem griechischen Teil der Republik Zypern öffnen.

Die Frage, ob andernfalls die Beitrittsverhandlungen abgebrochen würden, nannte Barroso aber "hypothetisch". Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich bei ihrem Türkei-Besuch am vergangenen Donnerstag zuversichtlich gezeigt, dass eine Einigung im Zypern-Streit gefunden werden könne.

Zugleich wandte sich Barroso gegen die scharfe Kritik des deutschen EU-Industriekommissars Günter Verheugen. Dieser hatte in der vergangenen Woche von einem "ständigen Machtkampf" zwischen hohen Beamten und Kommissaren in Brüssel gesprochen und damit für Wirbel gesorgt. "Es gibt in allen komplexen Organisationen kreative Spannungen zwischen denen, die führen und jenen, die die Entscheidungen ausführen müssen", sagte Barroso dazu. An der "Qualität der Kommissionsbeamten" sei aber nicht zu deuteln: "Ihre Qualifikation ist vielfach höher als bei den Beamten in den Mitgliedstaaten." (APA)

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