Stechapfel-Samen in Hofer Bio-Hirse: Möglicherweise Fehler bei Reinigung

17. Oktober 2006, 12:54
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Stechapfelpflanze reift gleichzeitig mit Hirse - Körner sehen jedoch anders aus als Hirsekörner

Wien - Nachdem vergangene Woche Stechapfelsamen in Hofer "Bio-Goldhirse"-Packungen gefunden wurden, gibt es neue Erkenntnisse über die mögliche Verunreinigung. Laut der Supermarktkette Hofer wurden am vergangenen Freitag 942 Packungen aus den Regalen genommen, weitere 1.200 kamen von Konsumenten retour. Die Gesamtmenge betrug 17.202 Packungen.

"Perlinger-Bio" und "Perlinger GmbH" nicht gleiche Firma

Im Zuge der Rückholaktion ist es auch vorübergehend zu Unklarheiten über das betroffene Unternehmen gekommen: Die in Tirol beheimatete EP-Naturprodukte AG mit ihrer Marke "Perlinger-Bio" steht in keiner Verbindung zur betroffenen Perlinger GmbH, deren Hirse mit Stechapfelsamen verunreinigt war. Produkte der Firma "Perlinger-Bio" werden bereits zusätzlich mit Photozellen gereinigt und kontrolliert.

Stechapfelpflanze reift gleichzeitig mit Hirse

Eine der möglichen Ursachen für die Verunreinigung der Hirse durch Stechapfelsamen könnte ein Fehler bei der Reinigung sein, erklärte der Sprecher der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Oskar Wawschinek.

Das Unkraut soll plötzlich häufiger vorkommen. Die Stechapfelpflanze wird zeitgleich mit der Hirse reif und da die Pflanzen bei der Ernte gleich hoch sind, kann es passieren dass die Pflanze mitgeerntet wird, erklärte die Perlinger GmbH. Das Abernten kann nur durch eine intensive Kontrolle der Felder vor der Ernte verhindert werden. Einmal mitgeerntet, weist bereits eine Pflanze bis zu 20.000 Samen auf und kann somit jede Ernte massiv verunreinigen.

Stechapfel sieht anders aus

Da der Stechapfelsamen zwar anders aussieht aber fast gleich groß ist wie die geschälte Hirse, ist er nur sehr schwer von der Hirse zu trennen. Der zweite Schutz vor einer Kontaminierung wäre eine aufwendige Reinigung.

Photozellenreinigung statt Siebreinigung

Es sei daher ratsam, die gesamte im Markt befindliche Hirse, ob Bio oder konventionell, auf Stechapfelsamen untersuchen zu lassen, meinte die Perlinger GmbH. "Der Großteil der Hirse wird immer noch durch Siebreinigung durchgeführt. Künftig wird jeder Getreidebetrieb auf Photozellenreinigung umstellen müssen, denn nicht nur Hirse ist davon betroffen.

Nach Recherchen der Perlinger GmbH hat es einen weiteren Fall von Stechapfelsamen-Kontaminierung Ende August bei einem deutschen Futtermittelbetrieb mit ungarischer Hirse gegeben. "Bereits damals hätte man die gesamte Branche auf diese Problematik aufmerksam machen müssen. Dadurch ist anzunehmen, dass diese Problematik nicht nur Bioware betrifft, sondern auch konventionelle Ware."

15 Samen sind tödlich Rund 15 Samen könnten laut Untersuchungen für einen Erwachsenen bereits tödlich sein. Bei dem Lebensmitteltest haben die Prüfer bei einer Packung eine Verunreinigung von 17 Stechapfelsamen pro Kilogramm festgestellt. Dabei handelt es sich um "Bio-Goldhirse geschält, 1.000 Gramm". (APA)

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