Dutzende Tote vor geplanten Friedensgesprächen

12. Oktober 2006, 11:06
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44 Soldaten bei militärische Großoffensive gegen tamillische Rebellen getötet

Colombo - Bei einer neuen Großoffensive gegen Stellungen der tamilischen Rebellen im Norden Sri Lankas hat die Armee am Mittwoch schwere Verluste hinnehmen müssen. Mindestens 44 Soldaten seien getötet und mehr als 400 weitere verletzt worden, verlautete aus Militärkreisen. Bodentruppen seien mit Unterstützung von Kampfflugzeugen an drei Stellungen auf die umkämpfte Halbinsel Jaffna vorgestoßen, sagte ein Militärsprecher in Colombo.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, die Armee reagiere auf Angriffe der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) auf ihre Einheiten. Die LTTE bestätigte die Angriffe und gab ihre eigenen Verluste mit zehn Kämpfern an.

Das Militär erklärte, mehr als 110 schwerverletzte Soldaten seien ausgeflogen worden, als die Kämpfe nach etwa sieben Stunden nachgelassen hätten. Die LTTE leiste weiter Widerstand. Die Armee sprach von schweren Verlusten der Rebellen. Bodentruppen hätten eine "große Anzahl von Leichen von Terroristen" gefunden.

Friedensgespräche am 28. Oktober

Erst in der vergangenen Woche hatten sich beide Seiten geeinigt, die seit 2003 ausgesetzten Friedensgespräche am 28. Oktober wieder aufzunehmen. Am Dienstag verständigten sich die Konfliktparteien darauf, dass die Verhandlungen in der Schweiz stattfinden sollen. Beobachter gehen davon aus, dass beide Seiten vor Beginn der Gespräche ihre militärische Position festigen wollen.

Die Kämpfe zwischen Colombo und den tamilischen Rebellen hatten sich in den vergangenen Monaten verschärft, ein vor vier Jahren von Norwegen vermittelter Waffenstillstand wurde damit faktisch hinfällig. In dem Konflikt starben seit 1972 insgesamt mehr als 60.000 Menschen. (APA/AFP)

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