In Kanada lebt sich gut

29. Juni 2000, 22:56

UNO- Entwicklungsbericht: Für Frauen angenehmeres Ambiente in Skandinavien

New York - Das siebte Jahr hintereinander haben die Vereinten Nationen (UNO) Kanada bescheinigt, dass es sich dort am besten leben lässt. Eine Einschränkung macht der am Donnerstag in New York vorgelegte UNO-Entwicklungsbericht 2000 allerdings: für Frauen sind die skandinavischen Länder ein deutlich angenehmeres Ambiente. Die UNO untersucht jährlich den aktuellen Entwicklungstand in den Mitgliedsländern weltweit nach Kriterien wie Einkommen, Gesundheitsvorsorge, allgemeine Lebenserwartung und Bildungsniveau. Die Ergebnisse werden als "Human Development Report" veröffentlicht. Der Entwicklungsbericht 2000 enthält die Daten aus 174 Ländern.

Unter Einbeziehung aller Gesichtspunkte folgt nach Einschätzung der UNO-ExpertInnen auf Kanada Norwegen als das Land mit den zweitbesten Lebensbedingungen, gefolgt von den USA, Australien, Island, Schweden, Belgien, Niederlande, Japan und Großbritannien. Finnland erscheint danach an elfter Stelle, gefolgt von Frankreich und der Schweiz. Deutschland findet sich auf Platz 14 wieder, Dänemark, Österreich, Luxemburg, Irland, Italien und Neuseeland kommen danach.

Am anderen Ende stehen die am schwächsten entwickelten Länder, die ihren EinwohnerInnen die geringsten Entfaltungs- und Bildungsmöglichkeiten bieten. Der Bericht nennt in diesem Jahr am unteren Ende der Skala lauter afrikanische Länder.

Anderes Bild durch Differenzierung

Durch Differenzierung des Abfrage-Katalogs ergibt sich für viele Länder ein von der Globaleinschätzung abweichendes Bild. Was beispielsweise die beruflichen Chancen für Frauen angeht, rutscht Kanada auf Platz Acht der Liste, die USA finden sich sogar erst auf Platz 13 wieder. Norwegen, Island, Schweden, Dänemark, Finnland bilden die Spitze in dieser Kategorie, danach kommen Deutschland, die Niederlande, Kanada, Neuseeland. Untersucht wurde nach der Anzahl der berufstätigen Frauen und nach deren Durchschnittseinkommen im Vergleich zu Männern.

Besonders krass fällt der Unterschied zwischen der Einstufung nach allgemeinem Lebensstandard und der Stellung der Frauen beispielsweise in Japan aus, das auf Grund seiner guten Wirtschaftszahlen und des relativ hohen Bildungsniveaus auf Platz Neun der Gesamtliste steht. Unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung der Geschlechter liegt das Land jedoch nur auf Platz 41. Ähnlich sind die Unterschiede bei Südkorea, Griechenland und Chile. (Reuters)

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