Donnerstag-Demo gegen Verbot-Forderung

29. Juni 2000, 22:45

Verstärktes Polizeiaufgebot

Wien - Gegen in der ÖVP laut gewordene Forderungen, die Donnerstags-Demos zu verbieten, richtete sich diesen Donnerstag der Protest der Anti-Regierungs-Kundgebung im Speziellen. Ihre Marschroute verlief deshalb vom Treffpunkt Ballhausplatz zur ÖVP-Zentrale.

Die Angaben über die TeilnehmerInnenzahl ging, wie immer, deutlich auseinander: Kurt Wendt, der Sprecher des "Aktionskomitees gegen schwarz-blau", sprach von 3.000, die Polizei von 1.000. Beide berichteten aber von einem friedlichen Verlauf.

Die Polizei hatte ihre Einsatzkräfte verdoppelt. Rund 300 PolizistInnen begleiteten den - nach wie vor zwar lautstark, aber friedlich verlaufenden - Protestzug, der kurz auch dem ORF-Funkhaus in der Argentinier-Straße einen Besuch abstattete. Neu war heute auch der "Einsatzort": Der Zug wurde nicht nur am vorderen und hinteren Ende, sondern auch seitlich begleitet. Dies aber ohne jede aggressive Stimmung zwischen Demo-TeilnehmerInnen und SicherheitshüterInnen, wie Wendt und auch die Pressestelle der Polizei bestätigten.

Die Sicherheitskräfte gaben teilweise auch die Route vor: So wurde das Belvedere abgeschirmt und von der Prinz Eugen-Straße in die Plösselgasse "umgeleitet". Gegen 22.00 Uhr waren laut Wendt noch rund 2.000 TeilnehmerInnen unterwegs. Sie marschierten von der Argentinier Straße zurück in die Innenstadt.

Aus der ÖVP - vor allem aus der Wiener Landesorganisation - war zuletzt ein schärferes Vorgehen der Polizei bis hin zu einem Verbot nicht angemeldeter Demos gefordert worden. (APA)

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