Kinderleiche im Kühlschrank: Bremer Sozialsenatorin tritt zurück

12. Oktober 2006, 18:54
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"Der Fall belastet mich persönlich" - Kind lebte bei drogenkranken Vater, obwohl Jugendamt Vormund war

Bremen - Einen Tag nach dem grausigen Fund der Leiche des kleinen Kevin im Kühlschrank seines drogensüchtigen Vaters ist die Bremer Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD) am Mittwoch zurückgetreten. Gegen ihre Behörde waren wegen dieses Falls und wegen einer Klinikaffäre schwere Vorwürfe erhoben worden. "Der Fall belastet mich persönlich, er wird unabhängig vom Rücktritt vollständig aufgeklärt", sagte Röpke.

Der zweieinhalb Jahre Bub lebte bei seinem drogenkranken Vater, obwohl die Vormundschaft dem Jugendamt übertragen worden war. Zudem wurde gegen den Mann im Zusammenhang mit dem Tod der Mutter Kevins bereits seit vergangenem Jahr ermittelt. Die zuständige Senatsverwaltung will von den Ermittlungen nichts gewusst haben.

Am Mittwoch wurde Haftbefehl gegen den 41-Jährigen erlassen. Ihm werde Totschlag und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Als Polizisten und Jugendamtsmitarbeiter Kevin am Dienstag auf Grundlage eines Gerichtsbeschlusses aus der Wohnung holen wollten, entdeckten sie die Leiche des Kindes im Kühlschrank. Kevin war zuletzt im Juli dieses Jahres lebend gesehen worden, obwohl er unter der Vormundschaft es Jugendamtes stand.(APA/dpa)

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