Nordkoreanischer Diplomat: Atomtest "kleiner als erwartet"

14. Oktober 2006, 17:12
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Laut russischen Schätzungen hatte die getestete Atombombe eine Sprengkraft von 5 bis 15 Kilottonnen TNT

Moskau/Seoul - Ein nordkoreanischer Diplomat hat eingeräumt, die Explosion beim erfolgten Atomtest sei kleiner ausgefallen als erwartet. Der Erfolg eines solchen kleinen Tests bedeute jedoch, dass auch ein größerer Test möglich sei, sagte der namentlich nicht genannte Mann am Dienstag der südkoreanischen Zeitung "Hankyoreh". Er erklärte weiter, sein Land fürchte keine Sanktionen. Er forderte die USA erneut auf, ihre finanziellen Restriktionen gegenüber Pjöngjang aufzuheben und in einen Dialog einzutreten, wie die Zeitung auf ihrer Website berichtete

Nordkorea ist nach den Worten des russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow "de facto" die neunte Nuklearmacht der Welt. Das Regime habe eine Atombombe getestet und damit den Bemühungen um die Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen einen schweren Schlag versetzt, sagte Iwanow am Dienstag vor Journalisten in Moskau. Der Minister bestätigte seine Einschätzung vom Montag, wonach der getestete Sprengsatz eine Kraft von 5.000 bis 15.000 Tonnen TNT gehabt habe.

"Unsere Schätzungen sind absolut unverändert geblieben", sagte Iwanow. Er widersprach damit Äußerungen in den USA und Südkorea, wo die Kraft des Sprengsatzes nach dem Test am Montag deutlich niedriger eingeschätzt worden war. Iwanow sagte, diese Äußerungen hätten politische und technische Gründe. Es gebe Interessen, den nordkoreanischen Atomtest herunterzuspielen, sagte er. Der Minister verwies darauf, dass die russischen Messstationen dem Ort der Explosion am nächsten seien. Die acht Staaten, die bekanntermaßen über Atomwaffen verfügen, sind die USA, Russland, Frankreich, China, Großbritannien, Indien, Pakistan und Israel. (APA/AP)

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