Wieder Anzeige gegen Schuldirektorin in Salzburg

11. Oktober 2006, 20:14
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Burgstaller schaltet sich ein: Künftig kein derartiges Vorgehen von Schulbehörde erwünscht

Salzburg - Im Fall jener beiden Schuldirektoren aus Salzburg, die von der Schulbehörde angezeigt worden sind, hat sich nun Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) eingeschaltet. In Zukunft werde die Schulbehörde keinen Direktor mehr anzeigen, sagte Burgstaller nach einem Krisengipfel am Montagabend.

Der Direktor der Volksschule in Seekirchen-Mödlham habe jedenfalls die richtigen Schülerzahlen gemeldet - nur an die falsche Stelle, sagte Burgstaller, man werde deshalb Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufnehmen. Der Schulleiter ist wegen Amtsmissbrauchs angeklagt.

Vorwürfe neuerlich geprüft

Die Schulbehörde zeigte auch die Direktorin eines Sonderpädagogischen Zentrums in Oberndorf an. Die Frau soll Kinder in ihre Schule aufgenommen haben, für die der Bescheid, dass ein sonderpädagogischer Bedarf vorliegt, noch ausständig war, so Lehrer-Personalvertreter Sigi Gierzinger. Der Schaden soll eine Million Euro ausmachen. Nun werden die Vorwürfe neuerlich geprüft. "Man schüttet Leute an, damit sich alle fürchten, das ist eine Art Hexenverbrennung und überhaupt nicht mehr zeitgemäß", kritisierte Gierzinger.

Probleme mit den Klassenteilungen gebe vor allem im Flachgau, und die Fälle lägen auch mehr als zwei Jahre zurück, denn nun laufe alles gesetzeskonform, sagte Burgstaller. Der Bezirk bekomme nun einen zweiten Bezirksschulinspektor, was zu einer Entlastung führen sollte. Vor allem aber funktioniere es auf der "Ebene des Menscheln" zwischen Bezirksschulreferat und Bezirksschulinspektor nicht. Es habe "zahlreiche Fehler in der Behörde gegeben", sagte Burgstaller, für die sie sich persönlich entschuldige.

Wenn er den genauen Sachverhalt gewusst hätte, wäre es zu keiner Anzeige gekommen, sagte der Leiter der Schulabteilung, Alfred Berghammer. Burgstaller betonte, dass die Schulbehörde laut einem Erlass gar keine Anzeige ohne ihr Wissen hätte erstatten dürfen, amtsintern werde deshalb nun geprüft, ob dies Konsequenzen haben wird. (APA, red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.10. 2006)

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