UNO warnt vor Stopp der Hilfslieferungen

16. Oktober 2006, 12:23
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Jan Egeland: "Nicht die Führer werden verhungern oder erfrieren" - Nordkoreanischer Abgeordneter bittet EU um Entwicklungshilfe

Genf - Die Vereinten Nationen haben im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm vor einem Stopp der Hilfslieferungen als mögliche Sanktionen gewarnt. "Nicht die Führer werden verhungern oder erfrieren, sondern die Verwundbarsten, auch in Krankenhäusern", sagte UN-Hilfskoordinator Jan Egeland am Mittwoch in Genf.

Der UN-Sicherheitsrat debattiert derzeit über mögliche Reaktionen auf den unterirdischen Atomtest, den Nordkorea nach eigenen Angaben am Montag unternommen hat. Egeland äußerte die Hoffnung, dass humanitäre Hilfslieferungen von der Diskussion über Sanktionen ausgenommen würden.

Im Sicherheitsrat zeichnet sich trotz der Vorbehalte Chinas und Russlands ein breiter Konsens für Sanktionen ab. Eine Entscheidung wird bis Freitag erwartet. In den 1990er Jahren starben 2,5 Millionen Nordkoreaner - zehn Prozent der Bevölkerung - bei Hungersnöten, die durch Dürren, Überschwemmungen und wirtschaftliches Missmanagement verursacht wurden.

EU um Entwicklungshilfe gebeten

Ein nordkoreanischer Abgeordneter hat während eines Besuchs in Brüssel die Europäische Union um Entwicklungshilfe gebeten. Die US-Sanktionen "ersticken unser politisches System", sagte Ri Jong Hyok am Dienstag vor dem zuständischen Ausschuss des EU-Parlaments. Sein Land werde der internationalen Kritik an dem erfolgten Atomtest jedoch keine Beachtung schenken.

Der Test sei das Ergebnis massiven Drucks aus den USA, die die Souveränität Nordkoreas bedrohten. Ri erklärte weiter, der Atomtest diene der nuklearen Abschreckung der Amerikaner. Er gehörte einer vierköpfigen nordkoreanischen Delegation an, die für einen Meinungsaustausch mit EU-Abgeordneten nach Brüssel gereist war. (APA/AP/Reuters)

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