Tony Blair: Schleier ist "Zeichen von Abgrenzung"

17. Oktober 2006, 18:21
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Verbieten will ihn der britische Premierminister aber nicht, der Straw im Streit um muslimische Verhüllung unterstützt

London - In der Diskussion um die Verschleierung muslimischer Frauen hat am Dienstag Großbritanniens Premierminister Tony Blair Stellung bezogen. Auf die Frage, ob eine verschleierte Frau einen vollständigen Beitrag zur britischen Gesellschaft leisten könne, sagte Blair, der Schleier sei ein "Zeichen von Abgrenzung" und führe deshalb dazu, dass sich Menschen außerhalb der muslimischen Gemeinschaft unwohl fühlten. Es ginge jedoch zu weit, ihn verbieten zu wollen.

"Ich sage nicht, dass irgendwer zu irgendetwas gezwungen werden soll", sagte Blair. Allerdings müsse darüber nachgedacht werden, wie Menschen gut in die Gesellschaft integriert werden könnten. "Es hat sich gezeigt, dass gut integrierte Menschen auch mehr erreichen."

Der frühere britischen Außenminister und jetzige Parlamentsminister Jack Straw hatte die Diskussion über die Verschleierung von muslimischer Frauen zu Beginn des Monats losgetreten. Straw hatte die vollständige Verschleierung von Frauen kritisiert und erklärt, sie würde die Beziehungen von Menschen in den Gemeinden erschweren. Das Tragen des Schleiers sei "eine sichtbare Bekundung der Trennung und der Unterschiedlichkeit." Straw verteidigte zugleich das Recht von Musliminnen, ein Kopftuch zu tragen.

Viele muslimische VertreterInnen reagierten verärgert auf die Äußerungen Straws und warfen der britischen Regierung vor, Vorurteile gegen Muslime zu schüren. (APA/Reuters)

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    Verschleierte Musliminnen würden sich nicht gut integrieren, so Blair.
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