Schindhelm: "Berliner Opernstiftung braucht mehr Zeit"

19. Oktober 2006, 20:30
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Andernfalls eines der Opernhäuser schon 2008 "bewegungsunfähig"

Berlin - Der Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm, fordert mehr Zeit für die drei Opernhäuser der Hauptstadt, um die geplanten Sparauflagen zu erfüllen. "Andernfalls kommen wir in eine Situation, in der möglicherweise eines der Opernhäuser schon 2008 bewegungsunfähig wird", warnte Schindhelm am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion mit der Publizistin Lea Rosh.

Einer der Denkfehler bei der Opernstrukturreform sei der hohe Anteil an Mehreinnahmen, den die Opernhäuser erzielen sollen. Er sei unrealistisch. Auch müsse man sehen, dass die Berliner Opernhäuser bereits seit 1990/91 große Einsparungen an Personal und Etat vorgenommen hätten.

Seit 2003 sollen bis 2009 insgesamt 16,8 Millionen Euro eingespart werden. Zugleich sollen Mehreinnahmen von 7,2 Millionen Euro an der Kasse erzielt werden. Unabhängig vom finanziellen Aspekt hätte dies auch fatale inhaltliche Folgen für die Opernhäuser, "weil dann die Intendanten gezwungen werden, immer mehr die Blockbuster unter den Opern zu spielen", kritisierte Schindhelm. "Wenn wir für rund 100 Millionen Euro in Berlin Opernhäuser betreiben wollen, dann stellt sich auch die Frage der Profilierung der einzelnen Häuser mit Staatsoper, Deutscher Oper und Komischer Oper."

Schindhelm will sobald wie möglich nach der Regierungsbildung in Berlin seine konkreten Vorschläge vorlegen, wie das Problem gelöst werden kann. Auch könne man sich nicht alleine auf den Bund verlassen, auch wenn er bei der Sanierung der Staatsoper tatkräftig mithelfen wolle. "Eine Nationaloper will er aber nicht, das hat auch die Unionsfraktion im Bundestag deutlich gemacht." Sollte die Gesamtfinanzierung der 130 Millionen teuren Sanierung der Lindenoper zu Stande kommen, rechnet Schindhelm 2008/09 mit einem Beginn der Bauarbeiten, 2010 könnte es dann zu einer vorübergehenden Schließung kommen. (APA/dpa)

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