Leipzig begrüßt Pläne für Holocaust-Museum

10. Oktober 2006, 18:05
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Baustart noch offen, Fertigstellung frühestens 2014: Enge Abstimmung mit anderen ähnlichen Einrichtungen notwendig

Leipzig/Hannover - Die Stadt Leipzig hat die Entscheidung der Stiftung Deutsches Holocaust-Museum begrüßt, ihr geplantes Museum in Leipzig zu errichten. "Entscheidend für Leipzig war die zentrale Lage und die damit verbundene Erreichbarkeit des geplanten Museums", sagte Kulturdezernent Georg Girardet (FDP) am Dienstag der dpa.

Die Konzeption für das Projekt auf der Alten Messe müsse noch stark überarbeitet werden. Das Museum sei frühestens in sieben bis acht Jahren fertig. Erforderlich sei eine enge Abstimmung mit Einrichtungen wie dem "Holocaust-Memorial" in Washington (USA), der Gedenkstätte "Yad Vashem" (Israel) oder dem Holocaust-Mahnmal in Berlin.

Die in Hannover ansässige Stiftung sieht das Museum als Ergänzung zu bestehenden Einrichtungen. "Wir wollen uns in keinem Fall in Konkurrenz begeben zu den Gedenkstätten", sagte Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Häßler der dpa. Diese seien Orte des Trauerns. Das Anliegen des Museums sei politisch. "Es fehlt bislang an Erklärungen über die Verbrechen der Nationalsozialisten", sagte der 67-Jährige. Solch eine Darstellung gehöre auch in das "Land der Täter". Bei der Darstellung sollten alle Opfergruppen berücksichtigt werden. Möglich sei das Projekt erst mit der Wiedervereinigung geworden. "Das hätte man nicht zugleich in der BRD und der DDR machen können."

Die Stiftung, der unter anderen der Filmemacher Wim Wenders und der Schauspieler Klaus Maria Brandauer angehören, will nun eine Arbeitsgruppe einsetzen. Diese soll unter anderem prüfen, welche Investitionen im Russischen Pavillon auf der Alten Messe in Leipzig nötig sind. "Ich hoffe, dass wir im Herbst 2007 einen guten Überblick haben", sagte Häßler. Dann beginne die Suche nach Sponsoren für das privatrechtliche Museum. Ein Termin zur Eröffnung des Museum ist noch völlig offen. Das Haus könne auch schrittweise eröffnet werden. "Wir haben ein starkes politisches Anliegen: Wir müssen dem Erstarken der Rechtsextremisten entgegen wirken", sagte Häßler. (APA/ dpa)

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