Bord-Betriebsrat geht gerichtlich gegen Jobabbau vor

25. Oktober 2006, 17:06
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"Einspruch gegen die Wirtschaftsführung" laut Paragraf 111 des Arbeitverfassungsgesetzes erhoben

Wien - In der Auseinandersetzung mit dem AUA-Management um den Abbau von 350 Piloten, Flugbegleitern und Technikern sowie anderer Sparmaßnahmen will der Bord-Betriebsrat, der 710 Piloten und 1.900 Flugbegleiter von Austrian und Lauda Air vertritt, die Rücknahme des Jobabbaus erzwingen. Am vergangenen Samstag sei nach Paragraf 111 Arbeitsverfassungsgesetz "Einspruch gegen die Wirtschaftsführung" erhoben worden, berichtet die "Presse" (Mittwochausgabe).

Diese Möglichkeit stehe dem Betriebsrat in Unternehmen mit mehr als 400 Beschäftigten offen, wenn Betriebsänderungen oder andere Maßnahmen anstehen, "sofern sie wesentliche Nachteile für die Arbeitgeber mit sich bringen", heißt es im Gesetz. Diese Möglichkeit werde aber äußerst selten angewandt, zuletzt hatte der Betriebsrat der Automatisierungssparte der VA Tech dieses Mittel eingesetzt, um die von VA-Tech-Käufer Siemens geplante Teilung der Gesellschaft zu verhindern - ohne Erfolg.

Ötsch muss reagieren

AUA-Chef Alfred Ötsch hat laut Bericht nun bis Samstag Zeit, um auf den Einspruch zu reagieren. Er muss erklären, dass die Rationalisierungen notwendig sind, um die AUA wirtschaftlich zu führen. Insider schließen laut Bericht nicht aus, dass Bord-Betriebsratsobmann Wolfgang Hable nicht von einem Kompromiss ausgeht und wieder auf die Hilfe der Sozialpartner abzielt. Wenn nämlich eine Einigung nicht zustande käme, sehe das Arbeitsverfassungsgesetz die Einrichtung einer mit den Sozialpartnern paritätisch besetzten Schlichtungskommission vor. (APA)

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