Kirche will Tiroler Landschafts-Juwel zur Mülldeponie umfunktionieren

11. Oktober 2006, 19:50
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Kritiker orten rein finanzielle Interessen: Abtei will Ampasser Widum sanieren

Innsbruck - Eine geplante Mülldeponie in einem landschaftlich wertvollen Gebiet sorgt in der Gemeinde Ampass (Bezirk Innsbruck Land) für Diskussionen. Dem Innsbrucker Stift Wilten sei vom Land die Genehmigung erteilt worden, im Widumstal eine Deponie für Bauschutt zu errichten. Die Folge wäre die Zerstörung eines landschaftlichen Juwels aus rein finanziellen Interessen, kritisierte Hans Gschnitzer, Obmann des Vereins für Heimatschutz, am Dienstag.

Die Abtei wolle mit dem Geld, das die Errichtung der Mülldeponie einbringt, das Ampasser Widum sanieren, hieß es in einer Aussendung des Vereins für Heimatschutz. Der Prälat vom Stift Wilten Raimund Schreier war vorerst für keine Stellungnahme erreichbar.

Es handle sich laut dem Tiroler Verein beim Widumtal um "eine ganz besondere Kostbarkeit". Dies hätten im behördlichen Verfahren mehrere Sachverständige ebenso dargelegt, wie dass durch die Realisierung des Vorhabens schwerwiegende und zum Teil irreversible Schäden entstehen würden. Die angeblich für die Verwirklichung des Projektes sprechenden öffentlichen Interessen, nämlich die Erfordernis einer Deponie für Bauabfälle, würden bei der Fülle solcher Anlagen im Bezirk kaum zwingend scheinen, was ein Einblick in die Deponiekarte des Landes zeige.

Abt verteidigt Deponie-Projekt

Raimund Schreiber, Abt vom Innsbrucker Stift Wilten, hat das Deponieprojekt am Dienstag in einer Aussendung als gerechtfertigt bezeichnet. Er stützte sich dabei auf ein Gutachten eines Sachverständigen, der zu dem Schluss komme, dass "Beeinträchtigungen für den Erholungswert langfristig gegen Null tendieren" würden.

Die Landschaftsbildbeeinträchtigung werde durch eine geplante Begrünung merklich abgemildert, hieß es weiter. Von einer zusätzlichen Verkehrsbelastung durch Bauschutt anliefernde Lkw, wie sie von den Bürgermeistern der beiden Gemeinden Ampass und Aldrans befürchtet werden, seien nicht zu erwarten. Die Bauschutt transportierenden Lkw würden ohnehin bereits durch Ampass und Aldrans geführt, da eine bereits bestehende Deponie nur durch diese beiden Ortschaften zu erreichen sei. Es bestehe kein Zweifel am Bedarf einer weiteren Bauschuttdeponie, meinte der Abt. (APA)

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