Hungersnot in Darfur

11. Oktober 2006, 20:14
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UN-Welternährungs- programm: Viertel Million Sudanesen von Lebensmittelhilfen abgeschnitten

Genf - Im sudanesischen Darfur hat fast eine viertel Million Menschen wegen der anhaltenden Kämpfe keinen Zugang zu Lebensmittelhilfen der Vereinten Nationen. Wie das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Dienstag bekannt gab, waren im September vorwiegend Menschen im Norden der Krisenregion von seinen Hilfslieferungen abgeschnitten.

Vorräte nahezu erschöpft

Zwar habe sich die Situation in den vergangenen Monaten etwas verbessert, sagte die WFP-Sprecherin Christiane Berthiaume. Wegen der so genannten Hungerzeit vor der Ernte sei die Lage aber in Teilen der Region kritisch: Während dieser Zeit sind die Nahrungsmittelvorräte der Menschen nahezu erschöpft.

Die UN hat sich zum Ziel gesetzt, in Darfur monatlich etwa drei Millionen Menschen Lebensmittel zu liefern. Im Juli gelang dies bei etwa einer halben Million nicht. Die Zahl der Versorgten hätten im August und September nur mit "großen Schwierigkeiten" gesteigert werden können.

UN statt AU

Durch die Gewalt zwischen Rebellen und von der Regierung unterstützten Milizen in Darfur sind seit 2003 schätzungsweise 200.000 Menschen getötet und 2,5 Millionen weitere vertrieben worden. Die sudanesische Regierung widersetzt sich einer Resolution des UN-Sicherheitsrats, nach der UN-Truppen die im Darfur stationierten Friedenssoldaten der Afrikanischen Union (AU) ablösen soll.

Die Vereinten Nationen kündigten am Donnerstag an, über 40.000 Sudanesen, die im Tschad nahe der Grenze in Flüchtlingslagern leben, tiefer in das Land hinein zu verlegen. Wegen der steigenden Unsicherheit müssten die Menschen zwei Unterkünfte verlassen. Die meisten Notunterkünfte des UN-Flüchtlingshilfswerks mit derzeit 213.000 Sudanesen befinden sich mindestens 50 Kilometer entfernt der Grenze im Tschad. (APA/Reuters)

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    Versorgungsengpässe verschlimmern die Lage in Darfur vehement: 250.000 Menschen hungern.

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