3,4 Mio. Euro für "sinnliche" Wissenschaft

17. Oktober 2006, 14:26
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Förderwettbewerb zum Thema "5 Sinne" unterstützt neun Projekte - Häupl: "Kehren ins Reich der Vernunft zurück"

Wien - Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) fördert die "sinnliche" Wissenschaft mit 3,4 Mio. Euro: Dies ist das Ergebnis des Calls "5 Sinne", bei dem neun Projekte aus dem Bereich der Creative Industries für förderungswürdig befunden wurden. Insgesamt sind bei dem Förderwettbewerb 34 Anträge eingelangt. Die Siegerprojekte reichen von der mathematischen Rekonstruktion zerstörter Fresken bis hin zur digitalen Aufarbeitung der Arbeit des Regisseurs Dziga Vertov.

"Die Erde hat uns wieder", leitete Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) am Dienstag die Präsentation der Projekte in einer Pressekonferenz ein. Die Nebel des Wahlkampfes hätten sich verzogen und "wir kehren wieder ins Reich der Vernunft zurück". Schließlich gelte es, mittels Förderungen Wien zu der Wissenschaftsstadt Mitteleuropas zu machen.

In diesem Zusammenhang erinnerte der ehemalige Wiener ÖVP-Obmann und jetzige Vizepräsident des WWTF, Bernhard Görg, an Häupls bekanntes Zitat, dass Wahlkampf "eine Zeit fokussierter Unintelligenz" sei. Insofern sei es für den Bürgermeister wahrscheinlich ein Schock gewesen, beim WWTF nun mit "fokussierter Intelligenz" konfrontiert zu sein. Schließlich handle es sich dabei um den "bestgemanagten Fonds des ganzen Landes", so Görg. Installiert wurde die Einrichtung im Jahr 2001 unter der damaligen SPÖ-ÖVP-Koalitionsregierung im Wiener Rathaus.

Diszipline übergreifender Ansatz

Fonds-Geschäftsführer Michael Stampfer strich bei der Präsentation der neun Siegerprojekte deren Disziplinen übergreifenden Ansatz hervor. Dies gelte beispielsweise für ein Vorhaben, bei dem Programmierer direkt mit Archäologen zusammenarbeiten, um deren Daten für eine breite Öffentlichkeit zu visualisieren und interaktiv erlebbar zu machen. Die heute präsentierten einzelnen Projekte erhalten zwischen 300.000 und 475.000 Euro.

Ausgewählt wurden die Gewinner von einer Jury unter Vorsitz von Dervilla Donnelly vom University College Dublin, die auf Grundlage von 139 internationalen Gutachten entschied. Hierdurch soll möglichst große Neutralität und Transparenz gewährleistet werden. Insgesamt hat der WWTF seit seiner Gründung rund 24,3 Mio. Euro vergeben. (APA)

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