ÖGB-Chef dementiert Verkauf an Schlaff

19. Oktober 2006, 13:41
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Verkaufsgespräche für Bawag-Anteile laut Hundstorfer aber im Laufen - BAWAG und Schlaff sagen dazu: Kein Kommentar

Wien - Die BAWAG P.S.K. wird offenbar ihre Anteile am "Casino Oasis" im palästinensischen Jericho nicht an Beteiligungspartner Martin Schlaff verkaufen. ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer (S) hat am Dienstag einen Bericht dementiert, wonach Schlaff die BAWAG-Anteile am Casino Jericho kaufen werde. "Das kann ich so nicht bestätigen", sagte Hundstorfer der APA. Die BAWAG führe zwar Gespräche zum Verkauf des Casinos - "aber nicht mit Schlaff".

Von Seiten Schlaffs blieb es am Dienstag bei einem "Kein Kommentar". BAWAG-Chef Ewald Nowotny hatte schon im August erklärt, dass der der Monte-Brook-Komplex (ein Firmenmantel, in der der Casino-Jericho-Anteil geparkt ist) verkauft werde. An wen, sagte der Bankchef damals nicht - nur so viel: "Es gibt Interesse".

Am Dienstag wollte BAWAG-Sprecher Thomas Heimhofer wollte die Aussagen Hundstorfers "weder bestätigen, noch dementieren". Zu allen "Dingen, die die Bank in den vergangenen Monaten getroffen haben", nehme die BAWAG bereitwillig Stellung. "Wenn es aber um Geschäfte und Kooperationen mit unseren Kundern geht, halten wir uns an unsere Vertraulichkeitsvereinbarungen", sagte Heimhofer zur APA.

Wertlose Anteile

Derzeit hält die BAWAG noch 11 Prozent an dem Casino-Komplex. Die MS Privatstiftung, die Schlaff zuzurechnen ist, ist bisher mit 49,5 Prozent beteiligt. 16,5 Prozent halte die Casinos Austria AG, 23,1 Prozent der Palestinian Investment Fund, eine Art Beteiligungsholding der palästinensischen Autonomiebehörde.

Laut den Büchern der Beteiligten sind die Anteile mehr oder weniger wertlos. Die BAWAG P.S.K. hat ihre Beteiligung am "Casino Oasis" in ihrer Bilanz von 2005 auf Null abgeschrieben, die Casinos Austria AG bereits 2000. Die BAWAG hatte im Jahr 2001 den Casino-Anteil in ihren Büchern noch von 5 auf 120 Mio. Euro aufgewertet, wie sich jetzt herausstellte zumindest teilweise, um Verluste aus den so genannten Karibik-Geschäften abzudecken. Der Gewerkschaftsbund hatte zur Rettung der BAWAG für diese 120 Mio. Euro eine Haftung übernommen. Nach dem Bericht des "Standard" muss die Bank daher den Verkauf ihrer Jericho-Anteile mit dem ÖGB abstimmen. (APA)

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