Video-Klingeltöne: Marktchancen bleiben noch ungenutzt

18. Oktober 2006, 10:19
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Großes Wachstumspotenzial in Europa und Nordamerika

Videos und Filmsequenzen, die bei jedem eingehenden Anruf am Mobiltelefon erscheinen, könnten dem Klingelton-Markt erneut zu Wachstum verhelfen. Zu diesem Schluss kommen die Analysten von Visiongain in ihrer aktuellen Studie "Video Ringtones 2006-2011". Demnach sei das Konzept in Japan und Korea bereits erfolgreich, am europäischen und US-amerikanischen Markt würden jedoch Mobilfunkbetreiber und Handyhersteller erst langsam auf das Marktpotenzial reagieren. Die größten Hürden, an denen die Entwicklung dieses Trends in Europa und den USA bisher scheiterte, sind laut den Visiongain-Analysten einerseits die fehlende Vermarktung und andererseits das mangelnde Bewusstsein unter den Konsumenten, welche Services in Verbindung mit Klingeltönen möglich sind.

In Japan und Korea erfreuen sich Klingeltöne, bei denen Popstars sowie Berühmtheiten aus Film und Fernsehen den Anruf ankündigen, bereits großer Beliebtheit. Am europäischen und nordamerikanischen Markt sei dagegen die Ausrüstung der mobilen Endgeräte ein weiteres Problem bei der Verbreitung der neuen Services. "Der Mangel an Mobiltelefonen, die Video-Klingeltöne abspielen können, stellt eine große Barriere für eine ähnliche Entwicklung wie in Japan und Korea dar. Die Mehrheit der dafür ausgerüsteten Handys verwenden das Betriebssystem Symbian, das im ersten Halbjahr 2006 jedoch nur in fünf Prozent der weltweit verkauften Mobiltelefone installiert war", so Studienleiter Adam Walkden. Darüber hinaus würden diese Geräte oft nicht auf die auf die Zielgruppe für Video-Klingeltöne zugeschnitten sein, die sich aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammensetzt.

Jene Geräte, die bereits mit den notwendigen Applikationen für den Einsatz von Video-Klingeltönen ausgerüstet sind, wären ausschließlich auf den High-End-Markt ausgerichtet, kritisiert Walkden. Um das Potenzial des Marktes ausschöpfen zu können, sei es jedoch notwendig, massenmarktfähige Mobiltelefone damit auszustatten. Die Studienautoren raten außerdem zur gemeinsamen Vorgangsweise zwischen Herstellern und Anbieter, um nicht schon wie bei der bisherigen Entwicklung des Audio-Klingelton-Marktes die Umsätze an Dritte zu verlieren. So könne verhindert werden, dass die Unternehmen wie schon bei Audio-Klingeltönen zu langsam reagieren und den Markt damit unabhängigen Drittanbietern überlassen. Als erster US-Anbieter nahm Sprint Video-Klingeltöne in sein Serviceangebot auf, am europäischen Markt zählte die Telefongesellschaft Telefonica zu den ersten Anbietern.

Während die Studie sowohl Mobilfunkbetreibern, als auch Herstellern von Mobiltelefonen potenzielles Umsatzwachstum durch die Bereitstellung von Video-Klingeltönen verspricht, könnten auch die Anbieter der Video-Inhalte davon profitieren. Demnach würde es Plattenfirmen sowie Fernseh- und Filmstudios gelingen, ihre Umsätze durch den Einstieg in die neue Nische des Klingelton-Marktes zu steigern. Gleichzeitig eröffne sich für die Unternehmen die Möglichkeit, mit den Inhalten Werbung für neue Filme, Songs und TV-Serien zu betreiben.(pte)

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