Diagnose, Symptome, Therapie

10. Oktober 2006, 14:44
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TB wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, wenn ein Erkrankter hustet, braucht man aber keine Angst zu haben

Helle Räume oder stickige Strassenbahnen sind keine klassischen "Gefahrenherde". "Das ist nicht der ideale Ort, und im Freien schon gar nicht. UV-licht tötet nämlich die Mykobakterien ab," so der Wiener Lungenfacharzt, Rudolf Rumetshofer. Wenn man aber länger mit einem Erkrankten auf engem Raum lebe, wo es kaum eine Luftzirkulation gebe und es sehr warm sei, kann eine Ansteckung möglich sein.

Erreger 1882 von Robert Koch entdeckt

Tuberkulose (TB) ist eine von einem Bakterium (Mycobacterium tuberculosis) hervorgerufene Infektionskrankheit. Unbehandelt führt TB nach Angaben der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in mehr als der Hälfte der Fälle in weniger als zwei Jahren zum Tod. Der Erreger wurde 1882 von dem deutschen Bakteriologen Robert Koch entdeckt.

Tuberkulose Symptome

Verdacht auf Tuberkulose besteht bei einem länger als drei Wochen anhaltenden Husten, vor allem wenn dieser mit blutigem Auswurf einhergeht. Weiter Symptome sind Müdigkeit, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, leichtes Fieber, Stechen in der Brust und Kurzatmigkeit.

Laut Rudolf Rumetshofer sei es auch möglich, dass bei der Krankheit keine oder wenige Symptome auftreten. Viele junge Menschen führen ihren Husten auf den Nikotinkonsum zurück.

Diagnose bei anderen Organen schwierig

Meist ist die Lunge betroffen, doch auch jedes andere Organ kann von TB-Bakterien befallen sein. Während eine Tuberkulose der Lunge sich häufig einfach und schnell mit einer Untersuchung des ausgehusteten Schleims nachweisen lässt, ist die Diagnose bei anderen Organen schwieriger. Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion.

Mit Antibiotika behandelbar

Tuberkulose ist mit Antibiotika gut behandelbar. Bei konsequenter Medikamenteneinnahme ist die Krankheit in der Regel nach sechs bis acht Monaten bezwungen. Die korrekte Einnahme der Medikamente ist dabei äußerst wichtig, da sich sonst Resistenzen gegen den Erreger bilden können.

Infektion und Krankheitsausbruch

Infiziert zu sein, bedeute jedoch nicht, dass die Krankheit gleich ausbreche. Es erkranken nur an die fünf Prozent, andere haben Keime in sich. Sie haben jedoch ein Leben lang das Risiko, daran zu erkranken. "Jeder der nicht behandelt wird, steckt jemand anderen an", warnt Rumetshofer.

Not und Armut

Deshalb sei das öffentliche Gesundheitswesen besonders gefordert, zu schauen, dass Betroffene auch die richtigen Medikamente bekommen. Der größte Freund der Tuberkulose ist ein schlechtes Gesundheitssystem, soziale Not und Armut, so Rumetshofer.(APA)

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    foto: epa
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