Situation in Österreich

22. März 2007, 09:46
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Weltweites Problem, doch Rückgang in Österreich, hier zu Lande Behandlung von Zuwanderern wichtig

Wien - Nach dem erschreckenden Bericht über die hohe Anzahl der Tuberkulose-Erkrankten in Europa wird in Österreich Entwarnung gegeben. Hier zu Lande gibt es rund 1.000 Fälle im Jahr und diese Zahl ist am Abnehmen, sagt der Wiener Lungenfacharzt, Dr. Rudolf Rumetshofer, Oberarzt am Otto-Wagner-Spital in Wien.

Streng meldepflichtig

Da die Krankheit streng meldepflichtig sei, seien die Zahlen sehr verlässlich. "Damit liegen wir schön im Mittelfeld. Spanien, Portugal oder das Baltikum haben deutlich mehr Erkrankte", so Rumetshofer.

Zuwanderer, Ältere und Obdachlose

In Österreich sind eher die Zuwanderer betroffen; sie machen einen wesentlichen Anteil der Erkrankten aus. Inländer seien eher die Randgruppe, ausgenommen Obdachlose, Alkoholabhängige oder Langzeitarbeitslose, meint Rumetshofer. Aber auch ältere Menschen machen in Österreich einen Anteil von 15 bis 25 Prozent aus. Sie haben den TB-Erreger vor vielen Jahrzehnten erworben, wie etwa im Krieg oder in der Nachkriegszeit, und haben keine adäquate Therapie bekommen, erzählt der Mediziner.

Immunsystem im Alter

"Das heißt, es wurden keine Medikamente verabreicht, die Patienten haben nur so genannte Liegekuren verordnet bekommen." Damals habe es noch nicht die Kombinationstherapie gegeben, die erst später entdeckt wurde. "Und wenn das Immunsystem im Alter schlechter wird, kann TB ausbrechen", so Rumetshofer. Männer seien von der Krankheit häufiger betroffen als Frauen.

Trendumkehr 2015 erwartet

Im Gegensatz zu Österreich gebe es jedoch weltweit es eine Steigerungsrate von TB von 0,4 bis ein Prozent. Zudem bestehe international zunehmend das Problem mit den Resistenzen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hofft, dass es ab dem Jahr 2015 eine Trendumkehr gebe, erzählte der Facharzt. Früher habe man noch auf Eindämmung der Krankheit geglaubt.

Aidskranke häufig betroffen

Aber nun gebe es die Immunschwächekrankheit Aids. Viele HIV-Infizierte stecken sich wegen ihres geschwächten Immunsystems auch mit Tuberkulose an, welche die Haupttodesursache bei Aidskranken ist. Besonders betroffen sind die Länder in Südost-Asien, China und Afrika.

Multiresistente TB

Die besonders gefährliche multiresistente Erkrankung tritt laut dem Lungenfacharzt dort auf, wo TB inadäquat behandelt wird. Das passiert dann, wenn ein Land nicht genügend Ressourcen hat, um Medikamente zu kaufen. Auch durch ein inadäquates Gesundheitssystem können sich Resistenzen entwickeln, meint Rumetshofer.

Die multiresistente TB spiele in Österreich auch eine Rolle, es seien aber nur zehn bis 15 Patienten betroffen - durchwegs Zuwanderer aus Hotspots, wo diese Art der Tuberkulose existiere.

In sechs Monaten auskurierbar

Eine normale TB sei in rund sechs Monaten ausbehandelt, der Patient könne als geheilt angesehen werden. "Für eine multiresistente TB braucht man 18 bis 24 Monate Behandlungszeit. DIe Medikamente haben starke Nebenwirkungen und die Behandlung ist mit 6.000 bis 20.000 Euro Kosten sehr teuer."

Gute Heilungschancen

Doch die Chance auf Heilung sei sehr gut (60 bis 80 Prozent in Österreich), sagte Rumetshofer. Bei der multiresistenten Form bestehe auch die Möglichkeit einer Operation, wenn die TB auf einen Lungenlappen beschränkt sei. "Dann erwägt man, dass man einen Lappen wegoperiert." (APA)

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