Tiflis lehnt Abschiebungen in Frachtmaschinen ab

16. Oktober 2006, 08:45
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Russland will erneut mehr als 110 Georgier außer Landes bringen, verspricht aber diesmal Reise in Passagierflugzeug

Moskau - Russland hat am Dienstag die Ausweisung von 119 weiteren Georgiern angekündigt, denen ein Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht vorgeworfen wird. Sie sollten in einem Passagierflugzeug ausgeflogen werden, teilten die Behörden in Moskau mit. Die Regierung wollte bereits am Montag fast 270 Georgier in Frachtmaschinen außer Landes bringen. Sie musste ihre Pläne jedoch verschieben, weil Tiflis keine Landeerlaubnis gab. Zwei Passagierflugzeuge dürften den Flughafen am Dienstag jedoch anfliegen, teilte die Luftfahrtbehörde in Tiflis mit.

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili warf Moskau eine ethnische Diskriminierung seiner Landsleute vor. In einem a href="http://www.lastampa.it/redazione/cmsSezioni/esteri/200610articoli/11870girata.asp" target=_blank>Interview der italienischen Zeitung "La Stampa" sagte Saakaschwili, sein Land könne mit den von Moskau verhängten Sanktionen umgehen. In Russland lebende Georgier müssten aber "staatlich gesponserte" Unterdrückung ertragen. Georgier würden mit Gewalt deportiert, ihre Läden geschlossen, kritisierte Saakaschwili. Der Präsident hatte am Sonntag angekündigt, wegen der Repressionen gegen Georgier in Russland möglicherweise den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einzuschalten.

Auslöser des Streits war die Festnahme von vier russischen Offizieren in Georgien, denen Spionage vorgeworfen wurde. Seit dem Vorfall Ende September sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern sehr angespannt, Russland hat mit Sanktionen reagiert. (APA/AP)

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    Abschiebung im Fracchtflugzeug: Georgien verweigert mittlerweile russischen Transportmaschinen die Landeerlaubnis.

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